„Bildung neu denken“ – Digitalisierung als Chance für ein neues Bildungssystem?

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Unser aktuelles Bildungssystem

Wie lange existiert unser heutiges Bildungssystem eigentlich? Wirft man einen Blick zurück dann lässt sich feststellen, dass unser heutiges Schulsystem aus Zeiten des Kaiserreiches stammt [1] – der Gedanke, Bildung für alle zu gewährleisten war damals eine super Sache und mündet in der heutigen Schulpflicht. So kann natürlich gewährleistet werden, dass jedes Kind aus jeder sozialen Schicht ein Recht auf Bildung hat (was, wie wir wissen, nicht unbedingt zu Chancengleichheit führt). Nun gut, werfen wir noch einmal einen Blick zurück in die Vergangenheit, dann finden wir die Ursprünge des dreigliedrigen Schulsystems in der Weimarer Republik, das die politischen, ökonomischen und sozialen Statusinteressen einer Dreiklassengesellschaft spiegelte [1] – und so ist es bis heute geblieben. Natürlich gab es in der Zwischenzeit auch Reformen, wie die Etablierung von Gesamtschulen, aber diese integrieren sich in das bestehende System, als das sie es wirklich verändern oder auflösen. Wir bilden also unsere Kinder, die Erwachsenen von morgen in einer Institution aus, die vor mehr als 100 Jahren etabliert wurde- zu einer Zeit also, die so ganz anders war als unsere heutige. Wo damals das Wissen in den Bibliotheken schlummerte und es wichtig war, Wissen anzueignen, steht uns in der heutigen Zeit das ganze Wissen im Internet zur Verfügung. Wir leben in einer Zeit, in der wir nicht wissen, welche Jobs es in 20 Jahren geben wird und in der die ganze Welt mit einem Mausklick miteinander verbunden ist aber vor allem, in dem digitale Kompetenzen in fast allen Lebensbereichen immer mehr gefordert sein werden und es auf das lebenslange Lernen ankommt, um mit dem Fortschritt mithalten zu können. Während die Institution Schule durch Standardisierung und Zentralabitur der Logik des Allgemeinen folgt, werden viele Bereiche in der Gesellschaft immer individueller, sodass davon ausgegangen werden kann, dass das traditionelle Wissensvermittlungskonzept ein immer weiter wachsendes Modernisierungsdefizit aufweist. Nicht nur die Art des Lehrens, sondern auch die Inhalte sind nicht mehr zeitgemäß, wenn man bedenkt, dass viele bisherigen Berufe in der Zukunft nicht mehr existieren werden. Es braucht somit andere, neue Modelle, wie Schule gedacht werden kann. In der Zukunft wird es immer weniger darauf ankommen, dass alle das Gleiche können, sondern das Lernende ihr Potenzial, ihre Fähigkeiten, Persönlichkeiten und Teamfähigkeiten entwickeln, um Alleinstellungsmerkmale für den weiteren beruflichen Werdegang ausbilden zu können [2]. Mal abgesehen davon sollten wir endlich davon abkommen, dass die eigene Herkunft die Chancen auf Bildung erheblich beeinflussen- und zwar nicht immer zum Positiven [3].

Aus diesem Grund stellt sich die Frage, ob wir den aktuellen Digitalisierungsdiskurs, der durch die Corona-Pandemie wieder neu entfacht wurde, nutzen sollten, um das Schulsystem von Grund auf in Frage zu stellen und darüber nachzudenken, wie gute und zukunftsfähige Lehre in Zeiten einer digitalen Welt funktionieren kann?

Kompetenzen für die Welt von morgen

Wenn wir die Welt von morgen betrachten, braucht es vor allem Kompetenzen, wie Selbstorganisation und Kreativität, um die Herausforderungen in der Zukunft meistern zu können. Es wird immer mehr darauf ankommen, eigenständig lösungsorientiert zu denken und zu handeln, anstatt sich an vorgefertigten Lösungen für Probleme zu orientieren (vor allem, wird es diese Lösungen in einer immer komplexer werdenden Welt auch oftmals noch gar nicht geben) [4]. Daher sollte die Lehre weniger inhaltsorientierte als subjektorientierte Didaktiken beinhalten [4]. Lernende sollten vor allem selbst über eigene Lernmethoden verfügen, sprich sie sollten lernen zu lernen. Die Welt von morgen benötigt selbstgesteuerte Lerner, die weniger in institutionalisierten Settings lernen, sondern in der Wirklichkeit, in ihrem Alltag. Es braucht weniger lineare Formen der Bildung und somit eine Abkehr von einem Stundenplan der durchgetaktet und von Lehrplänen vorgegeben ist, hin zu einem Freiraum für Schüler*innen. Diese sollten auch außerhalb der Institution lernen können, in Projekten arbeiten, sich selbst entdecken und erfahren und mit Eigenverantwortlichkeit, Selbstorganisation und Selbstkenntnis das passende Rüstzeug erhalten, um für das lebenslange Lernen in der Wissensgesellschaft vorbereitet zu sein. Die Lernenden sollten nicht für eine Zukunft lernen, die es nicht mehr geben wird, denn die genormte Wissensvermittlung bietet nicht mehr die Grundlage, sich den immer beschleunigenden Prozessen kompetent anzunehmen [2]. Die Kompetenz Unsicherheit auszuhalten und mit ihr umzugehen wird relevanter, denn die Zukunft ist weniger vorherzusehen und die Gesellschaft wandelt sich immer rasanter [2].

Die Art der Lehre im deutschen Bildungssystem

Betrachten wir jedoch die überwiegend in deutschen Schulen praktizierte Lehre, lässt sich erkennen, dass sich in vielen Schulen seit dem Kaiserreich wenig an der Art zu Lehren verändert hat. Frontalunterricht ist oftmals noch heute das bewährte Mittel, Inhalte zu vermitteln. Zusammen mit einem ausgeklügelten Stundenplan, der den Takt zwischen Mathe, Deutsch und Biologie in 45 Minuten Häppchen taktet. Der Lehrer erzählt, die Schüler*innen nehmen es auf (oder auch nicht)- das Arbeiten an Projekten ist ein besonderes Ereignis und die Digitalisierung besteht darin, dass einmal die Woche der einzige PC-Raum der Schule aufgesucht wird, um Informationen im World Wide Web über den Blauwal zu suchen [5]. So werden wir allerdings die Erwachsenen von morgen nicht mit allen Kompetenzen, die sie für die Anforderungen in der Zukunft benötigen, ausstatten können. Daher bietet der Diskurs über die Digitalisierung an deutschen Schulen eine große Chance, das gesamte deutsche Schulsystem noch einmal von Grund auf zu hinterfragen beispielsweise in Bezug auf Chancengleichheit, Zukunftsorientierung, Lehrer*innenausbildung oder Inklusion.

Betrachten wir die aktuelle Situation der Digitalisierung an Schulen, dann besteht oftmals der Irrglaube, dass die Übersetzung von analogen Lehrformaten ins digitale, zwangsläufig zu besseren Lernbedingungen führt [6]. So ergab der Pisa-Bericht 2015, dass durch den alleinigen Einsatz von Whiteboards oder Tablets kein unmittelbarer Lernerfolg zu verzeichnen war [7]. Ist das nicht bezeichnend für das deutsche Bildungssystem? An diesem Beispiel kann verdeutlicht werden, wie starr und unflexibel das Schulsystem auf die neuen Herausforderungen reagiert. Es kann nicht die Lösung sein, das alte System lediglich um digitale Endgeräte zu erweitern jedoch an den grundsätzlichen Strukturen und an der Art der Lehre keine Veränderungen vorzunehmen.

Was braucht es, um die Digitalisierung an Schulen zu ermöglichen?

Entscheidend für einen erfolgreichen Lernprozess mit digitalen Tools ist vor allem, wie die jeweiligen digitalen Geräte und Lernapps didaktisch vom jeweiligen Lehrpersonal eingesetzt werden, wie flexibel Lernangebote gestaltet- und wie flexibel auf neue Situationen eingegangen wird aber auch wie die Art und Weise des Lehrens vollzogen wird. Ist diese kooperativ, projektförmig, interaktiv oder wie zuvor bereits erwähnt, lehrerzentriert und frontal [7]?

Der Einsatz digitaler Endgeräte kann dazu führen, dass Lehrende zu Lernbegleitern werden, die ihre Schüler*innen individuell begleiten können und so eine Abkehr von Lehrerzentrierung und Frontalunterricht eingeleitet wird, denn diese Art der Lehre nimmt nicht jeden Lernenden individuell in den Blick (auch nicht wenn sie am Whiteboard durchgeführt wird). Es birgt die große Chance, die Lernenden ganz individuell zu fördern, im Hinblick auf das individuelle Vorwissen, die individuellen Fähigkeiten und in einem jeweils ganz eigenen Tempo.

Der Einsatz digitaler Geräte, Software und Apps kann einen personalisierten Unterricht ermöglichen und eine Abkehr vom engen Korsett der Schulfächer und Stundenpläne bereithalten. Durch E-Learning kann der Lernprozess sogar dezentral stattfinden, das heißt, es besteht ein enormes Potenzial Unterricht nicht nur in den institutionellen Räumlichkeiten stattfinden zu lassen, sondern Lernprozesse können an Orten vollzogen werden, an denen sich Lernende ganz individuell wohlfühlen. Dementsprechend kann Digitalisierung dazu führen, dass sowohl eine zeitliche als auch eine räumliche Entgrenzung des Lernens stattfinden kann und somit schulisches lernen in informellen Kontexten möglich wird.

Hier spielt die Erkenntnis eine erhebliche Rolle, dass das Lernen überwiegend nicht in institutionellen Settings wie der Schule stattfindet, sondern in Settings, die weder für Lernprozesse entwickelt noch wegen Lernzielen aufgesucht werden, also vorwiegend im Alltag gelernt wird [8]. Um diesen Prozess des informellen Lernens schulisch, institutionell zu begleiten, kann „Social Software“ zum Einsatz kommen. Diese Software ist dafür gedacht, Personen mit denselben Interessen zusammenzubringen, um sich anschließend über gemeinsame Inhalte, Themen, Bearbeitungen auszutauschen und diese gemeinsam zu erstellen [8]. Dabei steht die Selbstorganisation im Vordergrund, die Software ermöglicht soziale Rückkopplung in Form von Feedback, Informationen können miteinander verknüpft werden und Individuen lernen, auch in Gruppenkonstellationen zu kommunizieren [8]. Um die „Social Software“ für formale Bildungsarrangements tauglich zu machen, sollte eine gewisse Kontrolle der sozialen Kontakte und der besprochenen Inhalte möglich sein, sodass sich ein Lern-Management-System (LMS) anbietet, indem eine Registrierung den Zugriff auf die Plattform kontrolliert und die Lehrenden den Prozess der Bearbeitung verfolgen können. Hier könnte durchaus darüber nachgedacht werden, ein zentrales Lern-Management-System für alle Lernenden in Bildungsinstitutionen Deutschlands oder sogar europaweit anzubieten, sodass Lernende die Möglichkeit erhalten, weit über den persönlichen Adressatenkreis hinaus, mit anderen Lernenden zusammenzukommen und gemeinsam an Fragestellungen zu arbeiten, die von der Bildungsinstitution vorgegeben werden [8].

Was macht gute Lehre aus?

Um eine gute Lehre zu gewährleisten, braucht es vor allem gute Lehrer*innen, das stellte der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie heraus [7].  Die Lehrkräfte jedoch sind oftmals gar nicht für eine digitale Bildung ausgebildet und erfahren zu wenig Unterstützung bei der Vermittlung digitaler Themen [9] und der Aufbereitung digitaler Tools für einen individuellen Unterricht. So werden Medienkompetenzen, die vor allem aktuell Kinder und Jugendliche vor einem falschen Umgang im Internet schützen und sie kompetent machen, beispielsweise Fake News, Hate Speech, Cyber-Mobbing oder die Einflussnahme großer Konzerne im Internet zu erkennen, viel zu selten vermittelt und gelehrt. Es fehlt aber auch die Vermittlung von Programmierkenntnissen, das Wissen über Algorithmen von sozialen Medien, der Umgang mit eigenen und fremden Daten oder welche Berufsfelder es im Bereich digitaler Medien überhaupt gibt. Die Bereitstellung von Laptop, Tablet und Co. ist ein erster wichtiger Schritt, dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Pseudo-Digitalisierung vorliegt, wenn die Geräte nicht didaktisch richtig genutzt werden. Es braucht somit das passende Lehrpersonal, dass sowohl die technologische-, die anwendungsorientiere, und die gesellschaftlich- kulturelle Perspektive vermitteln kann [10]. und der klug kombiniert zwischen analogem und digitalem Lernen.

Lehrpersonen sollten über den Auftrag als Lernbegleiter an der Seite der Lernenden zu fungieren, auch die Lust am Entdecken fördern. Dazu brauchen Kinder Beziehungen [11]. Beziehungen zu Lehrenden und Beziehungen zu anderen Kindern- jünger oder älter, Kinder mit einem Handicap oder einem Migrationshintergrund. Dadurch wird Vielfalt gestärkt und gegenseitiges Verständnis von Andersartigkeit gefördert.

Bräuchte es bei dieser Art des Lernens und Lehrens denn überhaupt noch ein mehrgliedriges Schulsystem?

Die Digitalisierung bietet die Chance und Möglichkeit die traditionsbehaftete Organisationsstruktur der Schule aufzubrechen, die immer noch am veralteten Fließbandsystem der industriellen Massenproduktion hängt, um diverse und vielfältige Lerngruppen möglich zu machen, indem die Lernenden individuell begleitet und unterstützt werden und die Lehrenden Strukturen vorfinden, in denen sie eine heterogene Lerngruppe auch angemessen fördern und unterstützen können. Somit bildet die individuelle Förderung und die Entwicklung von Selbstorganisation die Grundlage, in immer agiler werdenden Arbeitskontexten mithalten zu können.

Kommunikation und Interaktion bilden wichtige Voraussetzungen, um eine individuelle Form des Lernens gestalten zu können. Durch Software wie das Lern-Management-System (LMS), können Vernetzungen sogar über den Adressatenkreis der eigenen Bildungsinstitution hinaus stattfinden und formales lernen auch im Alltag mit anderen Lernenden möglich werden. Das soll nicht bedeuten, dass es keine institutionellen Räumlichkeiten mehr gibt, in denen physische soziale Kontakte vorgefunden werden, sondern der Radius des Lernens wird erweitert.

Durch die Digitalisierung kann ein individueller Unterricht möglich gemacht werden und somit eine Abkehr vom noch vorherrschenden Frontalunterricht vollzogen werden. Das bedeutet jedoch auch, dass die Notwendigkeit eines mehrgliedrigen Schulsystems, das Chancenungleichheit befördert, überhaupt nicht mehr besteht, denn dieses legitimiert sich unter anderem dadurch, dass Frontalunterricht nur in homogenen Lerngruppen möglich ist, da Informationen und Wissen durch diese Art zu Lehren weniger individuell vermittelt werden kann. Das Ziel der Inklusion und die Erreichung von Bildungsgerechtigkeit kann durch die individuelle Förderung mithilfe der Digitalisierung maßgeblich vorangetrieben werden, denn das Argument, Schüler*innen in Schulformen selektieren zu müssen, wird hinfällig.  

Es ist bereits aus vielen Studien bekannt, dass das ökonomische und kulturelle Kapital der Eltern und der Bildungserfolg der Kinder korrelieren und die frühe Zuweisung von Schüler*innen auf unterschiedliche Schulformen und eine geringe Durchlässigkeit, soziale Herkunftseffekte verstärken [12]. Zudem erlernen Kinder aus sogenannten Risikomilieus deutlich weniger Medienkompetenz in ihren Herkunftsfamilien [13] als Kinder aus sozioökonomisch besser gestellten Familien. Das muss und sollte unser Bildungssystem ausgleichen, sonst werden Ungleichheiten in der Zukunft weiter verfestigt, indem Lernende aus sozioökonomisch schwächer gestellten Familien für die Arbeitswelt der Zukunft weitaus weniger gerüstet sein werden.  Selbstorganisation, Selbstkenntnis und Eigenverantwortlichkeit sind Kompetenzen, die in der Zukunft dringend gebraucht werden, um unter anderem auch die eigene Bildungsbiografie selbstgesteuert meistern zu können. Dafür braucht es jedoch handlungsfähige Akteure, die lernen wie sie sich Wissen aneignen und anwenden können. Der Einsatz von digitaler Technologie kann die Lernenden für die Welt von morgen vorbereiten, durch diese können vor allem sie individuell gefordert und gefördert werden. Die Möglichkeit, durch eine Veränderung der Lehre mithilfe der Digitalisierung, das bestehende mehrgliedrige Schulsystem aufzubrechen, würde einen enormen Beitrag dazu leisten, dass vor allem sozioökonomisch schwächer gestellte und Lernende aus bildungsfernen Milieus, die Möglichkeit erhalten, ihre Potenziale und Fähigkeiten ohne Einschränkungen durch die Schulform zu entwickeln und die sozialen Herkunftseffekte somit keinen so erheblichen Einfluss auf den Bildungserfolg mehr haben.

Ein individueller Unterricht mithilfe digitaler Tools ermöglicht es, Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft, mit unterschiedlichem sozioökonomischen Status, unterschiedlichen körperlichen und geistigen Voraussetzungen, nicht nur virtuell sondern auch real, im institutionellen Setting zusammenkommen zu lassen, sodass sie gegenseitig voneinander und miteinander lernen.

Durch die Digitalisierung kann somit die klassische Sender-Empfänger Situation zwischen Lehrenden und Lernenden verringert werden. Schlussendlich führt diese Lehre zu mehr Autonomie der Lernenden über den eigenen Lernprozess. Die digitale Lehre kann daher einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass Lernende die Kompetenzen und Fähigkeiten, wie Selbstorganisation aber auch Vernetzung mit unterschiedlichen Individuen, die für die Zukunft immer relevanter werden, erlernen können und somit handlungsfähig für die Welt von morgen werden.

Oder sollten wir noch „revolutionärer“ denken?- ein kleiner Impuls

Die Zukunft ist ungewiss, das wurde bereits herausgestellt und es macht wenig Sinn, Lernende für eine Welt auszubilden, die es gar nicht mehr geben wird. Wie wäre es, wenn Lernende selbst neue Lebensstile und Verhaltensweisen ausprobieren können, indem sie lernen einen Umgang mit Unsicherheit auszuhalten und die sich in Anbetracht der globalen Klimakrise an nachhaltigen Entwicklungen orientiert, wie an den 17 „Global Goals“, auf die sich die Weltgemeinschaft 2015 geeinigt hat [2]? Der Theaterpädagoge Ken Robinson schlägt vor, die Bildung von Grund auf zu revolutionieren, indem er acht »Cs« definiert, die Lernende entwickelt haben sollten, wenn sie die Schule verlassen.

[14] Die acht »Cs« der Schule der Zukunft (nach Ken Robinson)

Fazit

Schlussendlich lässt sich erkennen, dass der Diskurs über Digitalisierung in Schulen auch viele weitere Themenfelder eröffnet. Ist unser Schulsystem noch zeitgemäß? Wie müssen unsere Lehrer*innen ausgebildet werden, um ihren Schüler*innen die nötigen Kompetenzen für eine digitale Welt mitzugeben und wie muss lernen in Zukunft überhaupt gedacht werden? Wie können wir Chancengleichheit gewährleisten? Die vielen Fragen und Diskursfelder, die sich um die Digitalisierung eröffnen verdeutlichen, dass eine Digitalisierung an Schulen weitaus nicht vollzogen wurde, wenn WLAN und Tablets vorhanden sind, sondern das bestehende Strukturen, die Inhalte und die Art der Lehr-Lernprozesse radikal umgedacht werden müssen, um die Erwachsenen von morgen mit allem was sie für eine sich schnell verändernde Welt benötigen, auszustatten. Sehen wir den Diskurs über die Digitalisierung der Schulen also als Chance noch einmal neu zu denken und die bestehenden Strukturen aufzubrechen und das Schulsystem zu revolutionieren.  

Quellen

[1] Becker, Rolf (2014): Entwicklung des deutschen Bildungssystems im Überblick. In: Bundeszentrale für politische Bildung. Verfügbar über: https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/zukunft-bildung/194145/ueberblick (14.05.2020)

[2] Burow- Olaf-Axel (2019): Wie die digitale Revolution uns und die Schule verändert. Sieben revolutionäre Herausforderungen und ihre Bewältigung. In: ders. (Hrsg.): Schule digital- wie geht das? Wie die digitale Revolution uns und die Schule verändert. Beltz Verlag. Weinheim/ Basel- S. 12-61.

[3] Hopf, Wulf; Edelstein, Benjamin (2018): Chancengleichheit zwischen Anspruch und Wirklichkeit. In: Bundeszentrale für politische Bildung. Verfügbar über: https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/zukunft-bildung/174634/chancengleichheit (14.05.2020)

[4] Wissen ist keine Kompetenz (Video) verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?time_continue=965&v=6OZqtEgJ87c&feature=emb_logo (14.05.2020)

[5] Maxton-Küchenmeister, Jörg; Meßinger-Koppelt, Jenny (2014): Digitale Medien im Naturwissenschaftlichen Unterricht. Hamburg. Joachim Herz Stiftung Verlag.

[6] Hofhues, Sandra (2018): Eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung
Bildung im digitalen Wandel. Verfügbar über: https://www.goethe.de/de/spr/mag/dsk/21272715.html (14.05.2020)

[7] Kern, Stefan (2019): Digitaler Holzweg? Digitaltechnik stimuliert nur eindimensional, für die Entwicklung eines junges Gehirns ist das zu wenig- Lehrer müssen das berücksichtigen. Verfügbar über: https://www.rnz.de/panorama/magazin_artikel,-digitalisierung-an-schulen-digitaler-holzweg-_arid,481168.html (14.05.2020)

[8] Baumgartner, Peter (2008): Die zukünftige Bedeutung von Online-Lernen für lebenslanges Lernen. Verfügbar unter: https://portfolio.peter-baumgartner.net/files/pdf/2008/Baumgartner_Die%20zukuenftige%20Bedeutung%20von%20Online-Lernen_2008.pdf (09.06.2020).

[9] Bergner, Nadine (2017): Digitale Bildung in der Schule – die Lehrkräfte sind der Schlüssel. Material- und Fortbildungsangebote zum Thema digitales Lernen. In: Medienpädagogik. 28. S. 123-132.

[10] Lucks, Kai (2020): Der Wettlauf um die Digitalisierung. Potenziale und Hürden in Industrie, Gesellschaft und Verwaltung. Stuttgart. Schäffer-Poeschel Verlag.

[11] Wie wir lernen (Video) verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=cVOwIRv0Fs0&feature=emb_logo (14.05.2020)

[12] Krüger, Heinz-Hermann; Rabe-Kleberg, Ursula; Kramer, Rolf-Torsten; Budde, Jürgen (2010): Bildungsungleichheit revisited? – eine Einleitung. In: dies.: Bildungsungleichheit revisited. Bildung und soziale Ungleichheit vom Kindergarten bis zur Hochschule. 2. Aufl.. Wiesbaden. VS Verlag für Sozialwissenschaften. S. 7-24.

[13] Paus-Hasebrink, Ingrid; Bichler, Michelle (unter Mitarbeit von Wijnen, Christine) (2008): Mediensozialisationsforschung. Theoretische Fundierung und Fallbeispiel sozial benachteiligter Kinder. Innsbruck,Wien, Bozen. Studien Verlag.

[14] Robinson Ken; Aronica Lou (2015): Creative Schools. Revolutionizing Education from the Ground Up. Penguin Random House UK.

Lernen braucht Management

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Selbstorganisation ist Voraussetzung für Onlinelehre!

Das Sommersemester hat für alle eine Form angenommen, mit der keiner gerechnet hat. „Lernen“ nimmt in Zeiten von Corona eine neue Form an vor allem im Bereich des digitalen Lernens. Hochschulen und Universitäten deutschland – ja sogar weltweit – machen jetzt Onlinelehre. Aber wie funktioniert Onlinelehre eigentlich? Sind wir bereit für die digitale Transformation der Hochschullehre? Ich möchte gerne in diesem Beitrag das Thema Selbstorganisation und Lernen im digitalen Kontext aufgreifen, da diese die Onlinelehre maßgeblich beeinflussen kann.  

Ich möchte behaupten, dass digitales Lernen ein erhöhtes Maß an Selbstorganisation und Selbstdisziplin erfordert. Dabei möchte ich keinen Falls bestreiten, dass Selbstorganisation im Präsenzstudium keine Rolle spielt. Aber gerade die vielen Möglichkeiten der Onlinelehre fordern dies eben in ungewohntem Maß. Das Überschreiten von Orts- und Zeitgrenzen, der uneingeschränkte Zugriff auf Informationen sowie eine synchrone und asynchrone Kommunikation sind die Merkmale des Internets, welche jetzt auch in der Hochschullehre besonders erlebbar werden. Reimann geht davon aus, dass durch das Internet nicht nur physische Grenzen überwunden werden, sondern auch inhaltliche, soziale und persönliche. Dies ist wohl nichts Bahnbrechendes oder Unbekanntes im Jahr 2020, jedoch gewinnt es an Relevanz für die Studierenden. Diese Relevanz möchte ich an dieser Stelle mit einem Zitat von Gabi Reimann verdeutlichen. „Wenn die offene Entwicklung von Lern- und Bildungsinhalten, wenn Kollaboration und Netzwerkbildung sowie autonome Selbstartikulation und Persönlichkeitsentfaltung zu den zentralen Potenzialen des Web 2.0 zählen, muss man beim Web-Nutzer geradezu zwangsläufig von einer hohen Selbstorganisation und der Fähigkeit zum selbstorganisierten Lernen ausgehen: Nur dann nämlich können diese Potenziale auch genutzt werden.“ (Reimann 2009). Betrachtet man den aktuellen humboldtschen Bildungsbegriff, lassen sich doch einige Gemeinsamkeiten erkennen. Humboldt beschreibt die Universität als Ort der Hervorbringung von autonomen Individuen und Weltbürgern. Dabei betont er ebenso den Prozess des sich selbst hervorbringen. Bildung kann dabei nicht vermittelt werden sondern wird durch sich selbst vollzogen (vgl. Hofman 2010).  

Stehen Bildung und Selbstorganisation somit in einer wechselseitigen Beziehung und bedingen sich. Dazu möchte ich die Begrifflichkeiten Selbstorganisation und selbstorganisiertes Lernen genauer beleuchten. Selbstorganisation beschreibt allgemein die Entstehung und Herstellung von Ordnung (vgl. Reimann 2009, 3). Matthias Förtsch bezieht sich in einem Beitrag zu digitaler Hochschullehre auf die Definition von Selbstmanagement auf Dirscherl und Braumandl, welche Selbstmanagement als Fähigkeit sehen, persönliche Ziele und Werte in Einklang zu bringen, selbstgeatzte Ziele zu erreichen und Zufriedenheit erfahren (vgl. Förtsch nach Drischerl und Braumandl 2020, o.S.). Dabei ist es wichtig zu fragen, wie diese Ordnung entsteht oder hergestellt wird – nämlich auf organischer Ebene, auf personaler Ebene oder auf sozialer Ebene. Die organische Ebene meint damit den Prozess der Selbsterschaffung und -erhaltung, die personale Ebene bezieht sich auf eigene Ziele und Absichten und die Soziale Ebene die Organisation von Gruppen oder Gesellschaften (vgl. Reimann 2009, 3). 

„Geht es um Selbstorganisation im Web 2.0, hat man in der Regel sowohl die Person als auch soziale Einheiten im Blick.“ (Reimann 2009).

Dabei handelt es ich um nicht von Personen intendierten Entstehungen von Ordnung und der selbstbestimmten Herstellung von Ordnung. Schaut man sich die personale Ebene genauer an, lässt sich Selbstorganisation auf der personalen Ebene und auch selbstorganisiertes Lernen noch genauer differenzieren. Reimann versteht unter Selbstorganisation auf personaler Ebene „einen handlungsregulierten Prozess innerhalb der Person, die allerdings stets auch Teil einer von äußeren Einflüssen gesteuerten spezifischen Situation ist.“ (Reimann 2009). 

Selbstreguliertes Lernen

Lernen ist eine Handlung und somit selbstreguliert. Dabei müssen Informationen aus der Umwelt wahrgenommen, verarbeitet und verstanden werden, wobei es sich um die kognitive Kontrolle von Lernen handelt. Die metakognitive ebene beinhaltetet die Zielvorstellung, dessen Erreichbarkeit und Prozessorientierung. Eine der wohl wichtigsten Einflüsse ist die Motivation. Dabei müssen wir unsere Emotionen so regulieren, dass wir bereit sind zu lernen. Dies passiert durch die emotional-motivationale Emotion (vgl. Reimann 2009, 4). 

„Selbstregulation beschreibt demnach die innere Strukturierung des Lernens bzw. eine innere und damit unsichtbare Ordnung, ohne die kein Lernen möglich wäre.“ (Reimann 2009)

Die Selbstregulation ist somit die Grundvoraussetzung, dass Lernen überhaupt stattfinden kann. Tatsächlich haben wir damit als Studierende täglich zu tun, egal ob in der analogen oder digitalen Lehre. Nach meinem Empfinden ist die Selbstregulation gekoppelt an einen Besuch der Vorlesung oder des Seminars in der Hochschule besser zu regulieren wie im Homeoffice. Wieso das so ist, kann uns vielleicht der nächste Abschnitt sagen, wo es nun um selbstgesteuertes Lernen geht. 

Selbstgesteuertes Lernen 

Dem Wort Steuerung kann man bereits entnehmen, dass Lernen durch unterschiedliche Faktoren gelenkt werden kann. „Selbststeuerung beschreibt also die äußere Strukturierung des Lernens bzw. eine äußere, prinzipiell sichtbare Ordnung, die natürlich wieder Einfluss auf die innere Ordnung, die Selbstregulation, nehmen kann.“ (ebd.) Der Selbststeuerungsanteil wird durch Lehrende bereits vorstrukturiert und er fällt somit unterschiedlich groß aus. Zu Beginn der Onlinelehre war unser Selbststeuerungsanteil noch ziemlich hoch, was uns zeitweise auch überfordert hat oder es immer noch tut. Dabei ist die Gestaltung der Lernumgebung, aktuell Moodle, sehr ausschlaggebend für die Motivation. 

Selbstbestimmtes Lernen

Selbstbestimmtes Lernen findet nun statt, wenn die beiden genannten inneren und äußeren Strukturierungen miteinander vereint werden. Es geht also darum Anforderungen in das Selbst zu integrieren und damit zu identifizieren „und sich in der Folge autonom“ (Reimann 2009) zu fühlen. 

Reimann warnt auch davor, dass Menschen nicht in jeder Situation ein Optimum an Selbstorganisation erreichen können. Sie ist abhängig vom Willen zur Selbstorganisation. So sollte man zum einen Interesse am Lerngegenstand haben und zum anderen Vorwissen und grundlegende Fähigkeiten in der Selbststeuerung innerhalb einer Lernumgebung vorweisen können. Selbstorganisation im Sinne der Selbstbestimmung ist ein politisches Ziel der Demokratie sowie die Organisationsbasis in Unternehmen (vgl. Reimann 2009, 7ff.).

Für uns bedeutet das nun, dass wir selbst für unser Lernen verantwortlich sind. Wieso genau, dass im Rahmen der Onlinelehre so bedeutend für uns wird, bleibt offen. Trotzdem kann ich die verschiedenen Arten von Selbstregulation, Selbststeuerung und Selbstbestimmung von Lernen für mich aktuell als elementare Bestandteile der Onlinelehre identifizieren. Studium findet jetzt nicht mehr nach Stundenplan statt, sondern auf verschiedene Art und Weise: Hier eine Onlinevorlesung, da ein Blogeintrag und dort eine Gruppenarbeit. Da muss man sich seinen Wochenplan jeden Sonntag erst einmal selbst zusammenstellen. Mein Lernprozess muss gerade in außergewöhnlichem Maß selbstreguliert sowie selbstgesteuert werden. Onlineveranstaltungen sind beispielsweise nicht regelmäßig, mal werden sie ersetzt durch Wochenaufgaben die virtuell stattfinden oder es gibt PowerPoint Präsentationen mit Audios. Die Aufgaben müssen dann zu bestimmten Zeitpunkten erledigt sein oder hochgeladen werden. Und dazwischen müssen noch Zoom – Meetings für Gruppenarbeiten ihren Platz finden. Frötsch geht davon aus, dass ein erfolgreiches Selbstmanagement von funktionierenden Planungs- Organisations-, Motivation- und Zielprozessen abhängt. Erfolgreiches digitales Lernen ist demnach die selbstständige Organisation der Lernzeit, eine bewusste Gestaltung von Lern- und Arbeitsprozess und das Verfügen über motivatonale Strategien (vgl. Förtsch 2020, o.S.). „So muss etwa die Herausforderung der Trennung zwischen Fokussierung (…) und Prokrastination systematisch eingeübt werden (…). Denn nur wer wenige Klicks von der digitalen Lernplattform oder der Videokonferenz entfernt warten Angebote wie Netflix oder Tiktok.“ (Förtsch 2020, o.S.). 

Aus der Erfahrung heraus, kann ich sagen, dass digitales Lernen gut organisiert sein muss. Das gilt für meine Selbstorganisation als Studierende und auch die Organisation durch die Lehrenden. Dabei sind die Struktur und die Darstellung auf der Plattform enorm wichtig, um die internistische Motivation und somit Selbststeuerung und -regulation zu fördern. Erste Ergebnisse einer Studie zur Transformation von Lernprozessen zeigt, dass auf beiden Seiten noch Ungewissheiten auftreten. „Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die Transformation des Lehrprozesses viele Gewissheiten auf Seiten der Lehrenden, Studierenden und Mitarbeitenden in Frage stellt. Gerade die Frage, wie Lehrprozesse online komplett neu gedacht werden müssen, spielt dabei eine große Rolle.“ (EBS Universität 2020). Auch Förtsch warnt davor, dass gelungenes Selbstmanagement bei Studierenden keine Selbstverständlichkeit ist (vgl. Förtsch 2020, o.S.). 

So stehen die Fremd- und die Selbstregulation in einer wechselseitigen Beziehung. Trotz der erhöhten Anforderungen sich Lerninhalte selbst anzueignen, sind Studierende auf die Steuerung und den Input ihrer Lehrenden angewiesen. Dazu ist es wichtig selbsterlernte Inhalte in Diskussionen nochmals in Kontexte zu setzten und zu reflektieren. Die Erfahrung zeigt, dass viele selbsterlernte Themen anschließend in der Luft hängen. Dabei wird ersichtlich, dass wir auf die Fremdsteuerung also auf die äußere Strukturierung trotzdem angewiesen sind. Generell verändert sich nicht nur die Rolle der Studierenden, sondern auch die der Lehrenden. Gerade der Input, das Zusammenbringen von Inhalten sowie eine gewisse Expert*innenperspektive fehlt immer wieder.

Reimann unterscheidet in Bezug auf selbstorganisiertes Lernen im Web 2.0 zwischen einer Innen- oder Außenperspektive. Dabei geht es bei der Innenperspektive um mentale Vorgänge wie etwa Lernstrategien und bei der Außensicht welche Bedingungen die Entscheidungs- und Gestaltungsfrage beeinflussen (vgl. Reimann 2009, 5). 

Zusammenfassend beschreibt Reimann die Voraussetzungen des Web 2.0 als Grenzen. Die Selbstregulation ist die Grundlage allen Lernens und es ist nicht davon auszugehen, „dass ein emanzipatorischer Ruck durch die Lernenden geht, sobald sie ein von Fremdbestimmung freies Web 2.0 zur Verfügung haben“ (Reimann 2009). Selbstorganisation setzt kognitive Fähigkeiten, Vorwissen, Interesse, Wille und Strategien voraus und stellt somit eine Herausforderung für jeden Einzelnen dar. Selbstorganisation im Web 2.0 ist notwendig und wünschenswert (ebd.).

Bei meiner Recherche bin ich noch auf einen Blogbeitrag gestoßen, welcher Selbstorganisation im Rahmen der Digitalisierung in einem Unternehmen erwähnt. Der Autor erwähnt, dass die Notwendigkeit von Selbstorganisation der Mitarbeitenden zunimmt. Dabei erwähnt er, dass sich Mitarbeitende besonders in orts- und zeitflexibler Arbeit besser organisieren müssen. Diese Selbstorganisation findet heute auf einer Plattform statt (vgl. Lindner 2017, o.S.). Ein anderer Blogbeitrag widmet sich sogar der Selbstverantwortung und Selbstorganisation im Kontext des digitalen Lernens. Die Autorin geht davon aus, dass sowohl Selbstverantwortung als auch Selbstorganisation Grundvoraussetzungen für das Lernen im digitalen Zeitalter sind. Sie sieht den Mensch als Treiber seines eigenen Lernens und beschreibt die Motivation als eine Andere. Lernen ist mehr intrinsisch motiviert und somit nachhaltig. Voraussetzung dafür ist die Selbstorganisationsfähigkeit, denn nur wer dich selbst strukturieren kann, hat die Möglichkeit sich im digitalen Zeitalter erfolgreich zu entwickeln (vgl. Kirchhof 2019, o.S.). 

Deshalb möchte ich abschließend den Gedanken aufgreifen, dass die Selbstorganisation von Lernen im digitalen Setting eine große Verantwortung ist, jedoch extrem viel individuellen Gestaltungsspielraum lässt und somit eine Chance für jeden von uns sein kann. Wenn Selbstregulation und -steuerung im Einklang sind, kann wie Reimann sagt ein selbstbestimmtes Lernen stattfinden. Digitales Lernen fordert und fördert selbstbestimmtes Lernen! Und das ist doch unser Ziel von Bildung?! 

Obwohl wir uns schnell an die neue Situation gewöhnt haben, ist damit die digitale Transformation noch nicht abgeschlossen, vielmehr beginnt sie gerade erst. Eine Studie der EBS Universität versucht Einblicke in die Transformationsprozesse zu erhalten, um herauszufinden wie Bildungseinrichtungen die digitale Transformation aktuell bewältigen können. Vielleicht kommt die Studie auch zu Ergebnissen, welche unsere Erfahrung belegen können.

Quellen:

Digitalisierung der Lehre falsch gedacht!

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Unter Digitalisierung wird meist nur die technische Ausstattung, wie das technische Endgerät, Softwares oder Applikationen verstanden. Der neuen „Lernaufgabe“ bzw. der Wissens- und Informationstransfer zum Lernenden wird jedoch in Digitalpakts oder in Digitalisierungsstrategien meist nicht bedacht. So entsteht eine Lücke zwischen dem Lernenden und dem zu lernenden Inhalt, welche durch die reine technische Ausstattung nicht geschlossen werden kann. Durch die Corona-Pandemie wurde auch nochmal deutlich, dass die Lehrkräfte, Dozenten oder Professoren die neue digitale Lehre noch nicht so gut beherrschen. Fraglich ist somit, ob die Digitalpakts- und Strategien den digitalen Lernprozess überhaupt umfasst.

Die Bunderegierung veröffentlichte 2019 ihre Umsetzungsstrategie zur Digitalisierung [1]. Dabei gliedern sie in folgende Abschnitte:

Digitale Kompetenz, Infrastruktur und Ausstattung, Innovation und digitale Transformation, Gesellschaft im digitalen Wandel, Moderner Staat. Es gibt eine klare Vorstellung davon, wie Technik unser Leben mitgestalten soll. Auch im Hinblick, dass unsere Welt immer mehr zu BigData wird und ums zu behaupten, müssen wir unbedingt mithalten und Kompetenzen erwerben. Und zwar jeder, ganz im Sinne von Industrie 4.0. Wir müssen ja mithalten und hecheln mit Windows 98 in den Schulen hinterher. Schnell schnell: es werden Gelder zur Verfügung gestellt, paar Tablets beschafft und das ein oder andere Whiteboard ins Klassenzimmer geschraubt und ganz groß natürlich die politische medienwirksame Karte gezogen. Das Bayerische Kultusministerium verkündet endlich: Es werden Medienkonzepte erarbeitet (im Schuljahr 2018/2019)- Guten Morgen Bayern! Da lacht sich der 10-jährige Schüler aus Estlands ins Fäustchen, denn Programmieren kann er schon seit der 3. Klasse! [2].

Doch was bedeutet es wirklich „digital natives“ „großzuziehen“, was bedeutet digitales Lernen, wie sollte es gestaltet sein? Was macht gutes Lernen/ gute Bildung aus? Und jetzt auch noch digital?

Digitales Lernen ist nicht einheitlich definiert und wird vielmehr als ein Überbegriff für Methoden des nicht analogen- also elektronischen Lernprozesses herangezogen [3]. Hierbei muss aber zuerst die Grundlage des Lernprozesses verstanden werden, was Veritasium in seinem Video verdeutlicht- nämlich, dass es vor allem auf die Soziokultur des Lernens ankommt! Dies bedeutet, dass es für einen erfolgreichen Lernprozess eine (oft beschriebene positive und wertschätzende) Beziehung zwischen den Lehrenden und Lernenden geben sollte. Deutlich wird auch, dass die Technik hierbei erstmal nur eine Nebenrolle der Ausgestaltung spielt- sie soll nicht als technische Determinante verstanden werden [4]. Hinzu kommt dann, und da sind sich die Pädagogen und Neurowissenschaftler schon länger einig, dass ein erfolgreicher Lernprozess abhängig von der Bedeutung und der Sinnhaftigkeit des Lernenden ist [5]. Dieses Grundverständnis sollte als Basis herangenommen werden, um digitales Lernen weiter auszugestalten!

„Keine IT-Ausstattung ohne pädagogisches Konzept!“

Und genau hier liegt der Knackpunkt der bisherigen politischen digitalen Umsetzungsstrategien und Digitalpakts. Sie beachten nicht die eigentlichen notwendigen Lernprozesse der Lernenden, sondern es wird versucht Technik über den jetzigen Stand drüberzustülpen. Und genau das führt zu keinem erfolgreichen nachhaltigen digitalen Lernen! [6]. Auch unsere Kohorte des Masterstudiengangs GWT hat eigene Erfahrungen gemacht, wodurch uns Studierenden nochmal klar wurde, welcher großer Bedarf der Klärung des digitalen Lernens und digitaler Bildung besteht und wie viel Forschung zum Thema Lernprozesse des Gehirns bei digitaler Lehre notwendig ist. Eines stellte sich schnell heraus, es gibt keine goldene Methode oder Regel wie digitales Lernen auszusehen hat, sondern es lebt von der Kreativität der Methoden und der Technik, die man aber zulassen muss. Unsere Kohorte GWT konnte mit diesem Blogbeitrag einen solchen kreativen Lernprozess ausprobieren.

Die Telekom-Stiftung hat in ihrer Studie nochmals die Bedeutung der Lernprozesse herausgearbeitet und zitiert Prof. Schuster: „Keine IT-Ausstattung ohne pädagogisches Konzept“ [7]. Die Forderung des Digitalisierungspaktes und sonstige Maßnahmen sollten sich unter anderem auf den Lernprozess fokussieren und wie dieser digital Umgesetzt werden kann – denn auch wenn die Forderung nach einem „schnellen“ Aufholen im Raum steht, sollte es sinnvoll nachgeholt werden und nicht hektisch mal schnell Windows 10 installieren.

Quellen:

[1]https://www.bildung-forschung.digital/de/digitalisierungsstrategie-der-bundesregierung-2529.html
[2] https://www.youtube.com/watch?time_continue=12&v=uVLUY6ydFNQ&feature=emb_title
[3] https://wiki.zum.de/wiki/Digitales_Lernen
[4] https://www.youtube.com/watch?v=GEmuEWjHr5c
[5] https://www.alexander-klier.net/bildung-und-die-digitale-transformation-des-lernens-sose-2020/ PPP- Folie 10
[6]https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/245316/meinung-lernen-in-der-digitalen-gesellschaft
[7] https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/schuledigital_2015_web.pdf S. 7

Digitalisierung als Rettung der Bildung?

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Ungleichheit im Bildungswesen

In vielen Erhebungen wurde aufgedeckt, und das nicht erst seit den Pisa-Studien, dass Ungleichheiten durch das Schulsystem in Deutschland vergrößert werden. Diese ungleichen Startvoraussetzungen wirken sich wiederum auf den persönlichen Bildungs- und Ausbildungsweg der Kinder und Jugendlichen aus und dadurch auch auf deren gesamte Zukunft. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, die Ungleichheiten zu erforschen und Wege für mehr Bildungsgerechtigkeit zu finden.

Diese Bildungsungleichheit muss dabei stets von zwei Seiten betrachten werden: zum einen die Situation der Lernenden und zum anderen die der Lehrenden. Die Lernenden (Kinder, Jugendliche oder Erwachsene) weißen unterschiedliche Lebenssituationen und Kapitalausstattungen auf, was sich immens auf das Lernverhalten auswirken kann. Auf der anderen Seite ist das Bildungssystem sehr starr und es gibt nur wenige Möglichkeiten der individuellen Förderung, auch aufgrund des festen Lehrplans. Außerdem sind Schulen finanziell und materiell häufig eher schlecht ausgestattet und teilweise besteht darüber hinaus ein Mangel an Lehrpersonal.

Weiterhin kann die Frage gestellt werden, inwieweit das Lehramtsstudium inhaltlich und pädagogisch an die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen angepasst wurde. Betrachtet man die Gestaltung des Unterrichts, sowohl in der Schule als auch in den weiterführenden Bildungsmöglichkeiten wie bspw. Hochschulen, hat sich vom Ablauf nicht viel verändert und die Vermittlung von Inhalten findet nach wie vor eher frontal statt. Lediglich die Medien haben sich im Laufe der Zeit stark verändert, können aber oft nur zum Teil angewendet werden, da es entweder an Kompetenzen mangelt oder auch an der Ausstattung der Bildungsstätten. Im Gegensatz zu Lehrer*innen erhalten Professor*innen keine Ausbildung oder Weiterbildung im Aufbau und Aufbereitung von Lehrmaterialien. Hier stellt sich auch die Frage, ob eine kurze Einführung oder Weiterbildung vorteilhaft für die Qualität der Hochschul- oder Universitätslehre wäre.


Digitalisierung als Chance

Im Bericht ‚Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft‘ der Bundesregierung für Bildung und Forschung wird die Digitalisierung als Chance gesehen, diesen Unterschieden zu begegnen und Lücken zu schließen. Das Ziel der digitalen Bildung unterscheidet sich kaum von dem des bisherigen Bildungsbegriffs:

„Sie soll den Menschen helfen, sich als selbstbestimmte Persönlichkeit in einer sich beständig verändernden Gesellschaft zurechtzufinden und verantwortungsvoll ihre eigenen Lebensentwürfe zu verfolgen“ .

(Bundesregierung für Bildung und Forschung 2019, S. 2)

Dies sei auch nötig, um in Zukunft auch weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Hierfür muss das Lernen und das Lehren neu gestaltet werden, damit Heranwachsende einen kompetenten Umgang mit digitalen Medien lernen. Als Antwort auf Herausforderungen wird hier die bedarfsorientierte Differenzierung und Vielfalt gesehen. Zentral sind dabei die Vermittlung von digitalen Kompetenzen und das Lernen mit digitalen Medien. Das digitale Bildungsangebot hat weiterhin die Chance, dass flexibel, zeit- und ortsunabhängig gelernt werden kann und erleichtert so individualisiertes und kooperatives Lernen. Dies wird durch digitale Bildungsangebote wie Lern-Apps, online Nachhilfe oder massive open online Courses weiter unterstützt. Dies alles kann als Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit gesehen werden.

Diese Ziele müssen dabei auf das ganze Bildungswesen angewendet werden, also auch auf Hochschulen und Universitäten. Große Unterschiede ergeben sich hier vor allem bei der Lebenssituation, da Studierende häufig nicht mehr im familiären Unterstützungsumfeld leben, sondern sich selbstständig versorgen müssen. Eine große Rolle spielt hier die finanzielle Lage, da viele neben dem Vollzeitstudium noch berufstätig sind bzw. auch sein müssen. Das Ziel des flexiblen und individuellen Lernens würde dabei auch die Vereinbarkeit von Studium und Berufstätigkeit verbessern. Aufbereitete Inhalte, die zeit- und ortsunabhängig bearbeitet werden könne, sind nicht nur für Studierende hilfreich, sondern auch für Lehrende. Diese können sich zum Teil weite Pendelstrecken ersparen und auch an mehreren Hochschulen zu genau ihrem Thema unterrichten bzw. die Inhalte für mehr Studierende anbieten als in einer direkten Vorlesung.


Rolle von Lehrenden

Aber nicht nur die Lernprozesse oder -methoden ändern sich, sondern auch die Rollen und Erwartungen auf beiden Seiten. Lernende können selber mitwirken, wie schnell und wo sie lernen und haben dadurch mehr Einflussmöglichkeiten. Auf der anderen Seite sind die Lehrenden nicht nur Bildungsvermittler*innen, sondern begleiten die Lernprozesse der Lernenden. Dieses andere Rollenbild wurde auch im TED Talk mit Michael Bodekaer thematisiert. In Simulationen als Lehrmethode sieht er die Lehrkräfte immer noch als elementar an, aber vielmehr als Begleiter*innen und Unterstützer*innen. In dieser Kombination können enorme Lernfortschritte gefördert werden.


Grenzen der Digitalisierung

Das alles hört sich grundsätzlich sehr gut an. Die Frage ist, inwieweit diese Strategien oder Ziele bereits umgesetzt werden bzw. auch werden können. Durch die Corona-Pandemie wurde dieser Prozess stark vorangetrieben und könnte als erste Probephase des digitalen Lernens angesehen werden. Schnell wird hier klar, dass die digitale Infrastruktur noch nicht ausreichend ausgebaut ist. Lehrende wurden bisher noch nicht ausreichend für die neuen Medien und Tools qualifiziert, auch nicht im Rahmen von Corona. Angebote mussten durch die Pandemie zeitnah erstellt werde, die teilweise schnell überlastet und nicht mehr nutzbar waren. Außerdem sind die Bildungsstätten oft nicht ausreichend mit angemessenen Equipment ausgestattet. Und das sind lediglich die Herausforderungen auf der schulischen Seite.

Auf der anderen Seite sind die Lernenden und ihre Familien zu betrachten. Abgesehen vom Netzausbau müssen die Lernenden erst einmal über passende Endgeräte verfügen und damit sind nicht nur aktuelle, sondern auch kompatible Geräte gemeint. Hinzu kommt, dass der Lernplatz nun nach Hause verschoben wurde und dort ein angemessener Lernort und -atmosphäre geschaffen werden muss. Dies kann in kleinen Wohnungen bzw. bei großen Familien, in Wohngemeinschaften oder Wohnheimen eine Schwierigkeit darstellen. Außerdem fehlen der direkte Austausch bzw. die Möglichkeiten des Erklärens und die Eltern oder andere Vertrauenspersonen müssen diese Aufgabe übernehmen, wofür sie zunächst über ausreichend Zeit und Wissen verfügen müssen. In diesem Lernzeiten müssen die Kinder und Jugendlichen darüber hinaus betreut werden, was sich zum Teil nur schwer mit Arbeitszeiten vereinbaren lässt. Auf der anderen Seite sind auch Studierende berufstätig und müssen sich die Zeit passend einteilen.


Fazit

Mit dem aktuellen Stand der Digitalisierung der Bildung kann noch keine klare Antwort auf die Frage gegeben werden, ob Digitalisierung die Rettung der Bildung ist bzw. sein könnte. Hier befinden wir uns gerade noch in den ersten Schritten und die genaue Ausrichtung wurde noch nicht klar vorgegeben oder erstellt. Dies zeigt sich vor allem auch jetzt während der Corona-Pandemie. Die Schulen sind noch einmal weniger als die Hochschule auf eine online Lehre vorbereitet. Tools müssen erst erstellt und der Lehrplan bzw. die Inhalte müssen angepasst werden.

Auf der anderen Seite sind einige Lernende nicht mit funktionsfähigem Internet oder passenden Endgeräten ausgestattet. Dies führt dazu, dass Lehrkräfte die Bildungseinheiten zum Teil per Post schicken müssen oder Hausbesuche als notwendig erachtet werden. Sind diese Rahmenbedingungen nicht geklärt bzw. werden diese nicht weiter ausgebaut, führt die Digitalisierung zu einer noch größeren Ungleichheit und verfehlt das Ziel der Bildungsgerechtigkeit. Dass es aber auch anders gehen kann, zeigt Dänemark. Hier wurden viele Lernenden mit einem mobilen Endgerät ausgestattet, damit digitale Bildung für alle Kinder und Jugendlichen ermöglicht werden kann.

Für eine erfolgreiche digitale Bildung müssen aber auch die Lehrinhalte an die neuen Medien angepasst werden. Bisher geplante Inhalte können deswegen nicht eins zu eins aufgenommen und als digitale Bildung verkauft werden. Aufgenommene Vorträge oder kommentierte Folien bilden keinen ausreichenden Ersatz für bisherige Lehrmöglichkeiten, in denen ein direkter Austausch und Interaktion möglich ist. Hierfür müssen passende Tools entwickelt und sowohl die Lernenden als auch die Lernenden in der Handhabung dieser geschult werden. Beide Seiten müssen sich hierfür ausreichend strukturieren und offen aufeinander zugehen, damit gelingendes Lernen funktionieren kann. Auch muss auf beiden Seiten die Bereitschaft vorhanden sein, sich mit neuen Methoden und Möglichkeiten auseinanderzusetzen und sich gegenseitig Zeit und Rückmeldung für Anpassungen zu geben.

Werden die jetzigen Erfahrungen genutzt und die Strukturen angepasst bzw. verbessert, dann stellt die Digitalisierung eine riesen Möglichkeit dar, den Bildungsweg gerechter zu gestalten, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, Ungleichheiten entgegenzuwirken und bei der Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen mitzuwirken.  


Quellen

Textnachweis:

Bundesregierung für Bildung und Forschung (2016): Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft. Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. URL: https://www.bmbf.de/files/Bildungsoffensive_fuer_die_digitale_Wissensgesellschaft.pdf (zuletzt geprüft am 16.05.2020).

Bodekaer, Michael (o.J.): This virtual lab will revolutionize science class. URL: https://www.ted.com/talks/michael_bodekaer_this_virtual_lab_will_revolutionize_science_class/up-next (zuletzt geprüft am 16.05.2020).

Klier, Alexander (2020): Virtuelle Präsenz (Corona 2) URL: https://www.alexander-klier.net/virtuelle-praesenz-corona-2/ (zuletzt geprüft am 16.05.2020).

Klier, Alexander (2020): Virtuelle Präsenz (Corona 3) URL: https://www.alexander-klier.net/virtuelle-praesenz-corona-3/ (zuletzt geprüft am 16.05.2020).

Stöhr, Maria (2020): Was Deutschland von Dänemark lernen kann. URL: https://www.spiegel.de/politik/ausland/schuloeffnungen-in-der-corona-krise-was-kann-deutschland-von-daenemark-lernen-a-0917d9d7-50a7-4b52-aa6c-9911202db4e4 (zuletzt geprüft am 01.06.2020).

Bildnachweis:

Kolpingwerk Deutschland (2020): Digitalisierung. URL: https://www.kolping.de/projekte-ereignisse/digitalisierung/ (zuletzt geprüft am 03.08.2020).

Ermöglicht die Nutzung digitaler Bildung mehr Autonomie?

Lesezeit: 5 Minuten

Der Begriff Bildung

Wenn man sich mit dem Begriff der digitalen Bildung beschäftigt, muss klargestellt werden, über welchen Sachverhalt konkret geredet wird. Für den Begriff der Bildung gibt es eine Unmenge an Definitionen beziehungsweise Denkrichtungen. Die mir bekannteste Einteilung ist die in informelle und formelle Bildung. Formelle Bildung stellt dabei alles dar, was mit der Absicht einhergeht etwas aktiv/absichtlich zu vermitteln. Dies ist überwiegend in den institutionellen Bildungseinrichtungen, welche man im Laufe seines Lebens durchlaufen muss oder kann, der Fall. Sie sind meist streng hierarchisch geprägt mit dem Gefälle des Lehrenden, der über dem Lernenden steht. Die informelle Bildung ist wiederrum alles, was man sich an Fähigkeiten und Wissen, häufig unbewusst durch Erfahrung, aneignet. Oftmals fällt im gleichen Wortlaut der Begriff der Selbstbildung. [1] Wie Herr Sauter im Video „Wissen ist keine Kompetenz“ nannte, besagen Studien, dass man 80 % seines Wissens außerhalb der institutionellen Einrichtungen erlangt [2]. Denn Bildung kann man nicht nur „reinstopfen“, sie muss der lernenden Person auch etwas bedeuten.

Laut Sting [1] gibt es noch die nicht-formelle Bildung. Wenn ich nun über die Einordnung der digitalen Bildung zwischen informeller oder formeller Bildung nachdenke, scheint wohl die Beschreibung der nicht-formellen durchaus einen Teil davon darzustellen. Zur nicht-formellen Bildung gehören Angebote, die wie bei der formellen Bildung darauf abzielen, einen Mehrwert an Wissen zu erlangen, aber dennoch wie bei der informellen Bildung freiwillig und passend zu den individuellen Vorlieben und Gegebenheiten genutzt werden können. Dies spricht schon einen der großen Vorteile der digitalen Bildung an, denn einen Großteil der Formate kann man zeitlich frei nach den eigenen Lebensbedingungen und Lust einteilen. Diese Einteilung der digitalen Bildung scheint aber definitorisch nicht dem Umfang der digitalen Bildung gerecht zu werden.

Das Netzwerk digitale Bildung definiert wie folgt [3]:

Digitale Bildung beschreibt, wie sich der gesamte Prozess der Bildung mit dem Einsatz digitaler Medien und auch in Hinblick auf das Bildungsziel grundlegend verändert. Bildung ist ein kontinuierlicher Prozess, der Menschen befähigt, ihr Leben und Lernen in einer digitalisierten Welt aktiv zu gestalten. Dabei geht es nicht mehr um den Erwerb von Faktenwissen – viel bedeutender wird die Kompetenz, sich Wissen selbstorganisiert anzueignen, es anzuwenden und kreative Lösungen für Problemstellungen eigenständig entwickeln zu können.“

Diese Definition beschreibt besonders mit dem ersten Satz eine Auffassung, die viele im Master GWT teilen, nämlich, dass man analoge Bildung nicht einfach eins zu eins in digitale Bildung überschreiben kann. Besonders durch das aktuelle virtuelle Semester wird deutlich, dass man sich andere didaktische Methoden zu eigen machen muss. Der Lehrende sollte stets reflektieren, ob die für die Präsenzlehre vorbereitete Vorlesung ohne Änderung der didaktischen Methoden auch in der virtuellen Lehre zu den gleichen Ergebnissen führen kann. Virtuelle Vorlesungen werden in Feedbacks von Studierenden oftmals als noch ermüdender als in der Präsenzlehre beschrieben. Somit sollte man sich über eine alternative Gestaltung Gedanken machen, beispielsweise durch Gruppenarbeiten oder eigenständiger Bearbeitung der Lerninhalte vor oder nach der Sitzung.

Exkurs: „Räume“ – Perspektivwechsel in der Bildungsdiskussion hin zu einer Ermöglichungsdidaktik

Eine Möglichkeit im Zuge eines Gedankenwandels beim Begriff Bildung ist ein verstärkter Blick auf den „Raum“, sowohl im metaphorischen als auch im „greifbaren“ Sinne. Laut Sensik hat die Pädagogik eine „eigene Räumlichkeit“, Pädagogik und Raum sind miteinander zu denken. Wohl genauso wie man bei digitaler Bildung die Technostruktur (die neuen Technologien als weiteres Tool zur Kommunikation [5]) und die Soziokultur (sozusagen die Lernatmosphäre, sowie der Umgang zwischen Lehrenden und Lernenden) miteinander oder in Abhängigkeit voneinander denken muss. Beide stellen meiner Meinung nach „Räume“ dar. Die Technostruktur ist der Rahmen der digitalen Bildung, wie der Grundriss eines Raumes, den man anfassen kann, der Wände, Fenster und Türen hat. Ohne diese wäre die Voraussetzung für digitale Bildung gar nicht erst gegeben. Die Soziokultur ist die soziale, inhaltliche Komponente des Lernraumes, den es auch bei der digitalen Bildung gibt. Hier geht es darum ein gutes Miteinander zu pflegen, den respektvollen Umgang und die pädagogische Haltung des Lehrenden.

Werner Sauter nennt in dem Interview zum Thema „umdenken des Bildungsbegriffes“ die sogenannte Ermöglichungsdidaktik, nach der man beginnen sollte zu arbeiten. Dies würde den aktuellen Richtungstrend der institutionellen Bildungseinrichtungen grundlegend verändern. Dabei sollen realistische Lernprozesse gestaltet werden, die dann die Lehrenden zu Lernbegleitern wandeln. So würde man weg von einem inputorientierten Bildungsverständnis hin zu einem persönlichkeitsfördernden Raum wechseln. Lernende sollen nicht gekränkt werden, sondern in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt. Sauter und Erpenbeck kommen in dem Interview zu dem Ergebnis, dass es genug Ansätze gibt, die diesen Weg schon einschlagen, wie Montessori, Waldorf und Co., aber auch in der Grundschulpädagogik. Eine laut ihnen bessere Bildung, doch die aktuelle Standardbildung bleibe weiterhin die kontrollierbarere. [2]

Autonomie und Freiheiten im Lernprozess

Nun zurück zu der Frage. Ja, durch eine gut eingesetzte Nutzung digitaler Bildungsmöglichkeiten kann bzw. wird meiner Meinung nach das Spektrum der Bildungsangebote erweitert und somit auch die Menge der Möglichkeiten. Ob die Möglichkeiten nun mehr Autonomie fördern, wird sich wohl in der Reflexion des aktuell bundesweiten Wechselns auf virtuelle Lehrmöglichkeiten zeigen.

Autonomie ist wieder einer der Begriffe, die man endlos definieren könnte. Nach Rössler hat Autonomie mit Übernahme von Verantwortung zu tun, die man nur übernehmen kann, wenn man über Freiheiten verfügt. Und zwar sowohl die positive Freiheit, also die Kontrolle über das zu haben was man selbst möchte und ein selbstbestimmtes Leben zu führen, als auch die negative Freiheit, also die Abwesenheit von Hindernissen oder Beschränkungen. [6]

Wendet man nun die Definition von Autonomie an, dann kann digitale Bildung bzw. in unserem Fall ein virtuelles Semester sowohl die Übernahme von Verantwortung, z.B. durch häufiges Feedback geben und bekommen, als auch an Freiheit in der zeitlichen Einteilung sowie in der Herangehensweise an Aufträge, bedeuten.

Fazit

Somit ist diese Frage in der Theorie mit JA zu beantworten. Aktuell hat die Umsetzung der digitalen Bildung allerdings mit deutschen Rahmenbedingungen zwei Haken.

Erstens basiert laut des Papers des Bundesministeriums für Bildung und Forschung digitale Bildung auf einem gleichberechtigten Zugang [7]. Doch nicht alle Menschen haben die gleichen Möglichkeiten (Hardware, Software, Skills). Da der Begriff der Autonomie so eng mit dem der Freiheit verbunden ist, kann die Erweiterung zu digitaler Bildung für diejenigen, die mit allen genannten Möglichkeiten gut ausgestattet sind einen großen Mehrwert darstellen im Vergleich zu all denjenigen, die nicht so viele Möglichkeiten haben. Für diese wird die Schere der Ungleichheit und somit der Bildungsgerechtigkeit immer weiter. [8]

Zweitens, sollte nun die Basis für einen gleichberechtigten Zugang gelegt worden sein, drängt sich mir immer häufiger eine Frage auf: Sprechen wir, im Zuge der Diskussion um digitale Bildung und der Reflexion der ausschließlichen Nutzung der digitalen Formate, von einer Ergänzung zu analoger Bildung oder einer Konkurrenzoption?  Denn letzteres und somit die Ersetzung von analoger Bildung, bereitet mir Sorge. Ich denke man kann einen großen Mehrwert aus der aktuellen Situation und somit der Nutzung digitaler Bildung erlangen. Durch die gute didaktische Aufbereitung, die mir aktuell in meinem Studium geboten wird, findet meiner Meinung nach eine echte „Ermöglichungsdidaktik“ nach Sauter statt. Ich persönlich bemerke, dass ich Texte eigenverantwortlicher lese und beispielsweise durch Gruppendiskussionen vor der Besprechung mit den DozentInnen viel ernster nehme und deutlich besser verarbeite und verinnerliche, als das stupide Vorbereitungslesen auf ein Seminar, in dem man sowieso alles noch einmal vom Dozenten erzählt bekommt. Dennoch fällt mir der Austausch mit der Großgruppe in der virtuellen Präsenz deutlich schwerer als in der eigentlichen Präsenz. Wodurch ich die echten Präsenzsitzungen mit einer belebten Diskurskultur doch sehr vermisse.

Sehen wir also digitale Bildung als Chance für eine Erweiterung der Möglichkeiten, die mehr Autonomie und Selbstwirksamkeit ermöglichen, jedoch nicht als Ersatz zu persönlichem Kontakt und analoger Bildung!

Literaturverzeichnis:

[1]      Sting, Stephan (2005) Bildung jenseits von Schule? Perspektiven zur Förderung von Bildungsprozessen in der Jugendhilfe, in: Spies, Anke; Stecklina, Gerd und Richter, André (Hrsg.), Dimensionen und Reichweiten des Entwicklungsbedarfs. Bad Heilbrunn, S.22-34

[2]      Wissen ist keine Kompetenz (Video). Verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=6OZqtEgJ87c

[3]      Netzwerk Digitale Bildung (o.J.) Thesen für die Digitale Bildung – Empfehlungen an Entscheidungsträger. Verfügbar unter: https://www.netzwerk-digitale-bildung.de/wp-content/uploads/NDB-Thesen-f%C3%BCr-die-Digitale-Bildung.pdf

[4]     Werner Sesink (2014): Überlegungen zur Pädagogik als einer einräumenden Praxis. Verfügbar unter: http://2014.gmw-online.de/wp-content/uploads/029.pdf

[5]    „This will revolutionize education“ (Video). Verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=GEmuEWjHr5c

[6]     Rössler, Beate (2017) Autonomie. Ein Versuch über das gelungene Leben. Berlin: Suhrkamp Verlag

[7]     Bundesministerium für Bildung und Forschung (2016) Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft. Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Verfügbar unter: https://www.bmbf.de/files/Bildungsoffensive_fuer_die_digitale_Wissensgesellschaft.pdf

[8]     Eickelmann, Birgit (2015) Bildungsgerechtigkeit 4.0. Verfügbar unter: https://www.boell.de/de/2015/04/27/bildungsgerechtigkeit

Bildquelle: Beitragsbild von jopwell auf Pexels

Digitale Bildung steht unter dem Primat des Technischen

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Wird der Begriff der digitalen Bildung verwendet, dann wird meist darüber diskutiert, wie Bildung angesichts des fortlaufenden Veränderungsprozesses der digitalen Transformation gestaltet werden soll. Dabei fällt auf, dass gerne mit der unbedingten Notwendigkeit eines „zeitgemäßen Unterrichts“ argumentiert wird, welcher erst durch die Nutzung digitaler Werkzeuge ermöglicht werden könne [1][2]. Für mich ist es wichtig, diesen Blickwinkel hervorzuheben, denn mit ihm wird der Gedanke befördert, dass etwa das Fehlen einer digitalen Tafel oder eines iPad-Koffers als Defizit zu betrachten sei. Gleiches gilt, wenn solche Technik zwar vorhanden ist, aber der Eindruck entsteht, dass diese nicht oft genug verwendet werde. So schreibt etwa Christian Lindner im Kontext der Entwicklungen um Covid-19, dass wir nun einen „digitalen Quantensprung für unser Bildungssystem“ brauchen, damit auch „angeschaffte Technik dauerhaft Eingang in moderne digitale Lern- und Lehrmethoden findet“ [3].

In diesem Zusammenhang scheint oftmals ein vermeintlich bedeutsamer Schluss gezogen zu werden: Digitale Werkzeuge durchdringen unsere Lebenswelt, also müssen solche Werkzeuge auch im Bildungsbereich zunehmend genutzt werden [4]. In meinen Augen wird damit ein Bild geprägt, als sei digitale Bildung etwas zum Anfassen. Schließlich stehen an vielen Stellen Ausstattungsoffensiven für Bildungseinrichtungen im Fokus der Thematik, die nicht zuletzt auch vom Bund aktiv vorangetrieben werden. So heißt es im Koalitionsvertrag, man möchte Schulen im Rahmen des Digitalpakts „so ausstatten, dass die Schülerinnen und Schüler in allen Fächern und Lernbereichen eine digitale Lernumgebung nutzen können, um die notwendigen Kompetenzen in der digitalen Welt zu erwerben [5]“. Zudem sollen die einzelnen Länder sicherzustellen, dass Lehrkräfte die erforderlichen Qualifikationen hierfür erwerben [6].

Digitale Bildung wird damit als eine Reaktion auf technologische Entwicklungen verstanden, welche wir nun innerhalb des Bildungssystems einsetzen müssten, um zeitgemäßen Unterricht zu ermöglichen. Wie Felicitas Macgilchrist herausstellt, wird diese Perspektive von den bekannten Metaphern vorangetrieben, dass man im Bildungsbereich neue Entwicklungen „verschlafen“ habe oder „meilenweit hinterherhinke“ und es nun darum ginge, endlich „aufzuholen“ und neue Bildungsmedien nicht zu „verpassen“ [7]. Auch Christian Lindner schreibt im Rahmen seiner Forderung nach einem digitalen Quantensprung für unser Bildungssystem: „Wir müssen endlich aufholen. [3]“ Dies erweckt insgesamt den Eindruck, dass ein verstärkter Einsatz von technologischen Werkzeugen im Bildungsbereich aufgrund der digitalen Transformation dringend notwendig sei. Die Problematik in diesem Zusammenhang bringt für mich Felicitas Macgilchrist am besten auf den Punkt:

„Digitale Technologien werden zu Werkzeugen reduziert und zum Selbstzweck eingesetzt: Sie sollen kreativ genutzt werden, um sie kreativ nutzen zu können.“
[7]

Vor dem Hintergrund des vielfach bemühten Bildes, im Bildungsbereich hinter jeglichen technischen Entwicklungen zurückzuliegen, weist sie damit gewissermaßen auf die Gefahr hin, dass digitale Technologien schlicht genutzt werden, um zu zeigen, dass man sie nutzt. Schließlich müsse man sie ja nutzen um „aufzuholen“ und endlich „digital“ zu sein. Digitale Bildung wird damit lediglich auf einen blinden Einbettungsprozess technologischer Angebote reduziert, ohne diese in einen weiteren Kontext zu setzen.

Dieser Umstand ist mir ebenso aus meinem eigenen Arbeitskontext bekannt, in welchem ich mit Projekten zur Förderung von Medienkompetenz in Berührung komme. Es lassen sich hier verschiedenste Projekte finden, bei denen digitale Werkzeuge lediglich als Selbstzweck eingesetzt werden, damit MitgliederInnen von Bildungseinrichtungen lernen, wie sie diese wiederum selbst zum Selbstzweck einsetzen können. Ich erinnere mich beispielsweise an die Konzeptionsphase eines neuen Projektes für Lehrkräfte, welche durch den Gedanken geleitet war, Hauptsache irgendetwas mit den angeschafften iPads anzustellen. Mit den Geräten sollte dann wiederrum eine bestimmte App im Kontext einer vollkommen nebensächlich erscheinenden Thematik auf kreative Weise eingebunden und für die Übernahme in den Unterricht erprobt werden, so dass es sich scheinbar gelohnt hat, die iPads zu verwenden. Man hat schließlich was gelernt, wenn auch unerheblich für die eigentliche Thematik. Ob man dies dann als einen Beitrag zur Medienkompetenz verstehen soll, empfinde ich als fragwürdig.

Doch folgt man den Ausführungen von Macgilchrist [7], dann sind eben gerade die hierzulande erwünschten Kompetenzen im Kontext digitaler Bildung durch ein Primat des Technischen gekennzeichnet, was letztlich den beschriebenen Selbstzweck befördert. Sie verweist hierbei auf die 2016 beschlossene Strategie der Kultusministerkonferenz (KMK) mit insgesamt 61 formulierten „Kompetenzen in der digitalen Welt“ [8]. Laut Macgilchrist [7] lässt sich konkret bei 41 von den 61 Kompetenzen ein Primat des Technischen feststellen.

Leider erläutert sie in ihrer Ausarbeitung nicht näher, welche 41 Kompetenzen es nun genau sind, bei denen sie ein Primat des Technischen erkennt. Dieser Umstand hat bei mir das Interesse hervorgerufen, jene Kompetenzen selbst genauer zu betrachten und darüber nachzudenken, inwiefern ich diese unter dem genannten Aspekt einordnen würde. In dieser Hinsicht ist für mich ebenfalls bei einem Großteil der Kompetenzen – eindeutig erkenne ich dies bei 38 Kompetenzen – ein Primat des Technischen feststellbar. Anstatt nun aber in mein persönliches Urteil abzutauchen, möchte ich vielmehr zur eigenen Reflexion über jene Kompetenzen einladen. In der folgenden Grafik der KMK [8] sind in den orangenen Kästchen die 61 Kompetenzen dargestellt. Die Kästchen mit anderen Farben sind lediglich Überkategorien. Jene Kompetenzen, bei denen ich in meiner eigenen Reflexion eindeutig ein Primat des Technischen feststellen konnte, habe ich außerdem lila markiert:

Abbildung Kompetenzen in der digitalen Welt der KMK [8]

Mir ist es hierbei insgesamt wichtig herauszustellen, dass wir allein durch die Nutzung digitaler Werkzeuge nichts über deren gesellschaftlichen Kontext erfahren, doch jener erst der digitalen Transformation ihren Wert gibt. So schaffen die digitalen Werkzeuge etwa nicht nur neue Kommunikations- und soziale Interaktionsformen, sondern auch Ausschlussmechanismen, die Reproduktion von Vorurteilen oder Ungleichheiten durch algorithmische Entscheidungsprozesse, auf NutzerInnen-Daten basierende Geschäftsmodelle oder die Verschiebung gesellschaftlicher Machstrukturen [7]. Diese gesellschaftlichen Dimensionen der digitalen Transformation stellen für mich den Kern digitaler Bildung dar. In diesem Verständnis ist digitale Bildung etwas, das man nicht anfassen kann, aber das im Gegensatz zum technikzentrierten Blickwinkel Einfluss und Teilhabe ermöglicht. Digitale Werkzeuge können Teil des Lernprozesses sein.

Quellen:  

[1] https://digitale-schule.blog/oekosystem-digitale-schule/interaktiver-und-zeitgemaesser-unterricht/

[2] https://www.netzwerk-digitale-bildung.de/blog/5-jahre-netzwerk-digitale-bildung-die-zukunft-des-lernens-nicht-dem-zufall-ueberlassen/

[3] https://www.tagesspiegel.de/politik/verschlafene-digitalisierung-der-schulen-wir-brauchen-einen-quantensprung-im-bildungswesen/25783382.html

[4] Brüggen, Niels (2019) Bildung der Jugend für den digitalen Wandel. In: Aus Politik und Zeitgeschichte: Jg. 69 (27–28/2019) S. 30-35.

[5] https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975226/847984/5b8bc23590d4cb2892b31c987ad672b7/2018-03-14-koalitionsvertrag-data.pdf?download=1

[6] https://www.digitalisierung-bildung.de/2018/03/28/innovationstreiber-schule/

[7] Macgilchrist, Felicitas (2019) Digitale Bildungsmedien im Diskurs. In: Aus Politik und Zeitgeschichte: Jg. 69 (27–28/2019) S. 18-23.

[8] http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2018/Strategie_Bildung_in_der_digitalen_Welt_idF._vom_07.12.2017.pdf

[9] https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/PresseUndAktuelles/2016/2016_12_08-KMK-Kompetenzen-in-der-digitalen-Welt.pdf

Die im Beitragsbild verwendeten Fotos stehen unter der Pixabay License (freie kommerzielle Nutzung, ohne Bildnachweis) zur Verfügung.

Back to the roots – to start the future! Bildung neu „humboldtisieren“

Lesezeit: 5 Minuten

Im humboldtschen Idealtypus von Bildung begegnet der Mensch durch Bildung seinem „wahren Zweck“, nämlich indem er seine Kräfte zu einem Ganzen vereinigt. Humboldt sieht dies nur durch die Freiheit gewährleistet und durch ein aktiv gestaltendes Selbstwirken in der Auseinandersetzung mit der Welt (vgl. Vogel 2008, S. 123). Doch ab dem 19. Jahrhundert ist der Ort, zu dem man zu dieser Bildung gelangt, das humanistische Gymnasium geworden. D. h. der Bildungsbegriff wurde gleichgesetzt mit Allgemeinwissen, verfehlte damit die Idee Humboldts und spaltete die Menschen in Gebildete und Nicht-Gebildete. Durch eine klare Lernstoffvorgabe, was als wissenswert gilt, geht es seit langem nur noch darum, wie der Lernstoff didaktisch und methodisch an den Lernenden herangebracht wird und welche Medien den Inhalt am besten aufbereiten. Der Lehrende signalisiert den Allwissenden. Der Lernende wird dadurch jedoch in eine gewisse Passivität gezwungen, da eine selbst-aktive Auseinandersetzung mit dem Inhalt und ein eigener Zugang dazu nicht ermöglicht wird. Schulbildung wurde mit der Einführung der Schulpflicht in feste, institutionelle Zeit- und Raumstrukturen gesteckt. Lernen findet nur in diesen dafür vorgesehenen Institutionen statt, alles außerhalb dieser Zeit ist Freizeit und kein Lernen. Doch spätestens seit PISA 2000 (Programme for International Student Assessment) wissen wir, dass dieses Bildungssystem die soziale Ungleichheit mehr und mehr reproduziert (vgl. Artel, Baumert et. al. 2001). Bildung tritt in den Fokus gesellschafts-politischer Diskurse. Und wie es in dem Film „This will revolutionize education“ von Veritasium historisch rückblickend aufgezeigt wird, werden immer wieder neue, vor allem in der Technik, mediale Möglichkeiten gesucht, Bildung leichter und für jeden zugänglich zu machen. Doch bevor der Bildungsbegriff nicht wieder an der Ideologie Humboldts ansetzt, werden auch neue technische Möglichkeiten keine Bildungsveränderung bewirken!

Selbstbildung aus der Sicht, dass das Subjekt sich seine Welt in Wechselwirkung mit seiner Umwelt selbst konstruiert, wird zum zentralen Aspekt für Lern- und Bildungsprozesse. Dabei ist Selbstbildung kein einseitiger Prozess, vielmehr ist die Aktivität aller Beteiligten gefragt. Die Soziokultur, darunter fallen die sozialen Bindungen, die Interaktionen und die sozialen Umweltbedingungen, beeinflussen den Lern- und Bildungsprozess von Anfang an mit (vgl. Sting 2005, S. 26). Wird Bildung als ein lebenslanger Prozess verstanden, in der aktiven, reflexiven Auseinandersetzung mit sich, den anderen und der Umwelt, in der Auslegung eines ganzheitlichen Verstehens eigener Sinnbedeutungen und im Erwerb von Kompetenzen, so steht einer Reform nichts mehr im Wege und kann in den technischen Möglichkeiten eine gewinnbringende Informations- und Vernetzungsergänzung finden, sowie einen Raum für gestalterische Selbstwirksamkeit. Ludwig und Petersheim sehen diese technischen Möglichkeiten im Sinne Winnicotts, „[…] als eine Art Zwischen-Raum – [ein] intermediärer Raum zwischen Innen und Außen“, der eine subjektiv-objektive Vermitllungsfunktion inne hat (Ludwig, Petersheim 2004, S. 6). Die Vernetzungs- und Gestaltungsmöglichkeit virtueller Räume spielt dabei die entscheidende Rolle. Digitale Bildung darf nicht nur als Kompetenzerwerb zur Mediennutzung angesehen werden, wie es das Kultusministerium in ihrem Konzept beschreibt (siehe Kultusministerium 2019), sondern als ein selbst gestaltbarer Raum in Unabhängigkeit der Dimensionen Raum und Zeit. Bisher setzt sich der Gedanke der Technostruktur in den institutionellen Vorgaben lediglich aus der Finanzierung für die technische Ausstattung und im Erwerb mit den Kompetenzen zum Umgang dieser Technik zusammen. Die Bildung jedoch wird weiterhin in feste institutionelle Raum- und Zeitstrukturen verankert und im digitalen Raum von den dafür ausgebildeten Lehrenden vorgegeben und festgelegt. Den virtuellen Raum als gemeinsam gestaltbaren, potenziellen Lernraum zu nutzen, wird meist noch außer Acht gelassen. Wenn wir uns auf eine relativ junge Lerntheorie beziehen, die sich auf das Lernen im digitalen Zeitalter auseinandersetzt, der „Konnektivismus“, so wird der Mensch vor allem als ein vernetztes Individuum gesehen. Nicht nur der Einzelne wird als Netzwerk betrachtet, sondern die ganze Umgebung ist ein Wissensnetzwerk und jeder ein Wissensträger (vgl. Lerntheorien Video). Wir lernen somit voneinander und miteinander. Hierfür werden vor allem Selbst- und Sozialkompetenzen zur Kollaboration, Kommunikation, Kreativität und zum kritischen Denken immer wichtiger. Und genau hier sollten wir in der analogen Bildung der Kindheit und Später ind der digitalen Bildung ansetzen.

„Agancy“ als Qualitätsmerkmal für digitale Lehr-Lernkontexte!

Natürlich ist eine komplexe, undurchschaubare digitale Welt mit Gefahren verbunden, die offenkundig aufgezeigt werden müssen, so sieht Zygmunt Bauman in ihrem Essay „Die Angst vor den anderen“ einen negativen Effekt der Online-Welt darin, dass die Handlungsmacht jedes Einzelnen gefährlich und oft unüberlegt dort stattfinden kann (vgl. Bauman 2018, S. 102 ff.). Allerdings könnte diese Handlungsmacht in Bildungs- und Lernprozessen eine positive Wirkung bedeuten, solange der Raum geschützt und die Lehr- Lerngruppe in ihren Beziehungen vertraut und akzeptanzvoll im gemeinsamen Miteinander verbunden ist. In der soziologischen Kindheitsforschung wird der Erwerb von Handlungsfähigkeit als eine notwendige Voraussetzung beschrieben, um ein positives Selbstkonzept zu entwickeln und verantwortungsvoll und reflexiv zu interagieren. Moran Ellis und Hutchby nennen dieses Konzept für Handlungsfähigkeit „Agency“. Diese Fähigkeit muss sich das Kind als soziale Kompetenz durch interaktionelle Gegebenheiten erst aneignen. Soziale Kompetenz ist demnach ein Produkt sozialer Interaktion. Diese Interaktion des Kindes – indem es handlungsmächtig agiert – hängt individuell von der Situation mit dem Gegenüber und von den vorhandenen Machtstrukturen, ebenso wie von Zeit und Raum ab und der Ausdrucksmöglichkeiten des Kindes selbst (vgl. Moran Ellis 20014, S. 176 ff.). Digitale Lehr- und Lernkontexte können hier ansetzen und ihre Qualität und Wirksamkeit anhand des Indikators „agancy“ reflektieren.

Zusammenfassend bedeutet dies für mich, dass Bildung als ganzheitliche bildung verstanden werden muss und Lernen immer und überall stattfinden kann. Ausschlaggebend sind allerdings die Voraussetzungen zur Kompetenzentwicklung durch das Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen und der Bildung eines positiven Selbstkonzepts. Dies beginnt von Geburt an und hat bis zur Pubertät mehr mit der Bildung aus „erster Hand“, wie es Schäfer nennt, zu tun (vgl. Schäfer 2016). Erst wenn die eigene Selbstwirksamkeit im aktiven Tun mit der realen gegenständlichen Welt begriffen wird, erst dann kann diese Wirksamkeit auf andere Bereiche übertragen und genutzt werden. Digitale Bildung kann in dieser Auslegung und in Bezug auf selbst gestaltende Handlungsmöglichkeiten eine bedeutende Bereicherung für Lern- und Bildungsprozesse darstellen.

Lasst uns Bildung wiederentdecken – als Selbstbildung und als Handlungsmöglichkeit des Lernenden durch eine vernetzte, kompetente Kooperation!

Quellen:

Artel, C.; Baumert, J.; Klieme, E.; Neubrand, M.; Prenzel, M.; Schiefele, U.; Schneider, W.; Schürmer, G.; Stanat, P.; Tillman, K.-J.; Weiß, M. (Hrsg.) (2001) PISA 2000. Zusammenfassung zentraler Befunde. Berlin. MaxPlanck-Institut für Bildungsforschung.

Bauman, Zygmunt (2018) Die Angst vor den anderen. Ein Essay über Migration und Panikmache. Berlin. Suhrkamp-Verlag.

Kultusministerium (2019) Empfehlungen zur Digitalisierung in der Hochschullehre. Verfügbar über: https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2019/2019_03_14-Digitalisierung-Hochschullehre.pdf.

Lerntheorien- Vom Behaviorismus bis zum Konnektivismus (Video) Verfügbar über: https://www.youtube.com/watch?v=qLjXxQ0VXpE

Ludwig, Joachim; Petersheim, Albert (2004) Virtuelle Bildungsräume als Brücke zwischen Lernen und Handeln. In: Bender, W. (Hrsg.) Lernen und Handeln. Verfügbar über: http://www.projekt-be-online.de/veroeffentlichungen/pdf/virtuellebildungsraeume.pdf

Moran Ellis, Jo (2014) Agency und Soziale Kompetenz in früher Kindheit. In: Braches-Chyrek, Rita; Röhner, Charlotte; Sünker, Heinz; Hopf, Michaela (Hrsg.) Handbuch Frühe Kindheit. Opladen, Berlin, Toronto. Barbara Budrich Verlag. S. 171-181.

Schäfer, Gerd (2016) Bildungsprozesse im Kindesalter. Selbstbildung, Erfahrungen und Lernen in der frühen Kindheit. 5. Auflage. Beltz Juventa-Verlag.

Sting, Stephan (2005) Bildung jenseits der Schule? Perspektiven zur Förderung von Bildungsprozessen in der Jugendhilfe. In: Spies, Anke; Stecklina, Gerd (Hrsg.) Die Ganztagsschule – Herausforderungen an Schule und Jugendhilfe. Band 1: Dimensionen und Reichweiten des Entwicklungsbedarfs. Bad Heilbrunn. Verlag Julius Klinkhardt.

Vogel, Peter (2008) Bildung, Lernen, Erziehung, Sozialisation. In: Thomas Coelen. Hans-Uwe Otto (Hrsg) Grundbegriffe Ganztagsbildung. Das Handbuch. Verlag für Sozialwissenschaften. S. 118-121

Veritasium: This will revolutionize education. Verfügbar unter: http://www.ted.com/talks/michael_bodekaer_this_virtual_lab_will_revolutionize_science_class

Bildquelle:

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Agil oder klassisch – schätze deine eigene Arbeitshaltung ein!

Lesezeit: 6 Minuten

Ein Quiz der Studierenden Rebekka Edtbauer, Katrin Mayr, Bianca Rimmele und Christine Völk im Rahmen des Masterstudiengangs „Gesellschaftlicher Wandel und Teilhabe“ (Master GWT). Produziert als Ergebnis des Seminars „Steuerung digitaler Organisationen“ an der Hochschule München im Wintersemester 2019/20.

Hier geht es zum Quiz: http://www.quiz-maker.com/QNFEGJ0

Ideenfindung

Im Rahmen der Vorlesung überlegte unser Team gemeinsam, was es für Möglichkeiten in diesem Modul als Beispiel gibt. Ein Teammitglied hatte sofort die Idee ein Quiz zu erstellen, da sie bereits Erfahrungen damit sammeln konnte. Für diesen Einfall konnten sich alle weiteren Mitglieder begeistern. Gemeinsam wurde überlegt, in welcher Form das Quiz gestaltet und umgesetzt werden kann und welche anderen Alternativen grundsätzlich noch in Frage kommen (z.B. ein Kurzfilm). Letztendlich fand die Idee für das Quiz die Zustimmung der gesamten Gruppe, da es für die meisten „Neuland“ bedeutete und auch als konkretes Beispiel interessant war.

Vorbereitung

Inhaltlich entschieden wir uns für die Ausgestaltung und Vertiefung des Referatsthemas “agile Steuerung und Methoden“, das wir im Rahmen einer Vorlesung bereits aufbereiten sollten. Nach der Festlegung des Themas folgte eine intensive Recherchearbeit. Die gefundenen Informationen wurden auf einem gemeinsamen Etherpad der Hochschulplattform Moodle zu bestimmten Schwerpunkten zusammengetragen. Anhand des gesammelten Wissens, sowohl zu agilen als auch zu klassischen Organisations- und Arbeitsstrukturen, entwickelten wir Fragen, welche die Aspekte und Eigenschaften der unterschiedlichen Arbeitsweisen aufgreifen. In einem nächsten Schritt erstellten wir einen Entwurf „fiktiver“ Idealtypen, deren Arbeitseinstellungen tendenziell agiler oder klassischer Natur sind. Viel Zeit und Diskussionen investierten wir in eine möglichst präzise Formulierung der Fragen, wie auch in die Ausgestaltung der Ergebnisse. Beispielsweise ging es um die Wahl der Formulierung „Du bist ein agiler Typ“, „Dir entspricht die agile Arbeitsweise mehr“, oder „Du hast mehr Übereinstimmung mit der agilen Arbeitsweise“.

Diskutiert wurde vor allem das Maß der Zuweisungen und Typisierungen, da es nicht den einen „agilen Typ“ oder den einen „klassischen Typ“ gibt und man stets eine Mischung aus Merkmale von beiden aufweisen kann. In einem persönlichen Treffen auf dem Campus Pasing haben wir organisatorische Fragestellungen, sowie Aufgabenschwerpunkte unter uns aufgeteilt und ein Referat und dessen Ablauf fertiggestellt. Im Rahmen des Referats wollten wir das Quiz mit den Kommilitonen*innen testen. Wir erhofften uns in diesem Zusammenhang Ideen für eine mögliche Optimierung sowie eine allgemeine Rückmeldung zu erhalten. Ebenso war uns eine anschließende, gemeinsame Diskussion über agile Arbeitsweisen ein wichtiges Element zur Ergänzung des Projekts.

Aufbau

Eingeleitet wird das Quiz mit einer kurzen Erklärung über klassische und agile Arbeits- und Organisationsformen, sowie dem Bezug zur individuellen Arbeitshaltung. Wir haben das Quiz so aufgebaut, dass es auf jede Frage eine Antwortauswahl gibt, bestehend aus zwei Möglichkeiten zum Anklicken.
Insgesamt besteht es aus 13 Fragen. Nach Abschluss des Quiz sind zwei Endergebnisse möglich, welche die angeklickten Antworten zusammenfassen und einer bevorzugten Arbeitsweise zuordnen. Außerdem verweist es auf eine prozentuale Ergebnisdarstellung, die anzeigt wieviel Prozent Übereinstimmung mit diesem Ergebnis vorhanden ist.

Reflexion

Der Lern- bzw. der Gruppenprozess

Die Zusammenarbeit im Team war ein gemeinsamer produktiver Prozess in gleichberechtigter Form. Absprachen und Entscheidungen diskutierten wir gemeinsam. Erst bei einer übereinstimmenden Verständigung schritten wir weiter vor. Waren Fragen ungeklärt, so wurden diese im Diskurs und durch Verständnisbeispiele für alle begründbar.
Letztendlich ging es ebenso darum, die individuellen Stärken und Kompetenzen der Teammitglieder zu erkennen und die Motivation für gewisse Aufgaben zu stärken. So konnte jedes Mitglied eine konkrete Aufgabe übernehmen und vorerst alleine bearbeiten, um diese dann im gemeinsamen Austausch fertigzustellen und zu einem Ganzen zusammenzuführen. Die vielfältigen Aufgaben umfassten eine Literaturrecherche, Wissen in einer Ordnungsstruktur zusammenfügen, Fragen für das Quiz zu entwickeln, Einführungstexte zu schreiben, das Quiz zu erstellen, alles zusammenzuführen und ein Handout mit dem Hintergrundwissen zu gestalten.
Alle Aufgabenbereiche wurden in gemeinsamer Absprache überarbeitet und fertiggestellt. Die Zusammenarbeit fand sowohl face-to-face statt, als auch in einem gemeinsamen Etherpad und über eine Dropbox. Sie verlief insgesamt sehr harmonisch und effektiv. Wir haben die interaktive Form der Onlinebefragung gewählt, um einerseits unseren Kommilitoninnen die Möglichkeit zu geben, die eigene Arbeitsweise im Hinblick auf gegebene Organisationsstrukturen zu bedenken, andererseits auch um uns selbst in unserer Gruppentätigkeit zu reflektieren. Dies führte zu interessanten Ergebnissen. Wir konnten mit der Befragung ermitteln, dass etwa dreiviertel unserer Kommilitoninnen agile Arbeitsbedingungen bevorzugen, jedoch in unterschiedlich stark ausgeprägter Weise.

Das Quiz

Überraschend war es für uns in der Auswertung zu sehen, dass die Befragung nicht nur auf dem Campus in Pasing durchgeführt wurde. Durch die Auswertung der IP-Adresse (Dezember 2019) konnten wir nachvollziehen, dass das Quiz auch am Berliner Flughafen Tempelhof, in Frankfurt, Düsseldorf, Oldenburg und in Garching zur Anwendung kam. Es war positiv überraschend für uns, wie schnell das Thema Interesse fand.
Insgesamt haben bisher 27 Personen (Stand 22.04.2020) an unserem Quiz teilgenommen. Davon stimmte die Mehrheit von 78% (21 Personen) vorwiegend mit der agilen Arbeitsweise überein und nur 22% (6 Personen) mit der klassischen Arbeitsweise. Die Ergebnisse der einzelnen Fragen lagen zum Teil weit auseinander (19% – 81%), teilweise aber auch sehr nahe beieinander (44% – 56%). Bei den Fragen zur Projektlaufzeit, Bearbeitung von Aufgaben und langfristige Teams gab es bspw. mehr Übereinstimmung mit der klassischen Arbeitsweise. Bei der Frage zum Zeitmanagement (klare Planung vs. flexible Arbeit) waren die Antworten ziemlich ausgeglichen (14 zu 13 für klassisches Arbeiten). Bezüglich der Hierarchie, der Zusammenarbeit auf Augenhöhe und der Gewährleistung von Qualitätsstandards gab es mehr Übereinstimmung mit der agilen Arbeitsweise. Zwischen fünf und zwölf Mal wurde bei jeder Frage die klassische Arbeitsweise gewählt.
In der anschließenden Diskussionsrunde erhielten wir noch einen Input von Alexander Klier, dem Modulleiter.

Dieser erzählte, dass Firmen durch ihre Firmenkultur auch ‚ihre Leute schaffen‘, das heißt, dass Mitarbeitende ‚gebrainwashed‘ werden, indem sie die bestehenden Werte übernehmen und befolgen. Diese Tatsache macht es sehr schwer, Unternehmenskulturen zu verändern. Er meinte auch, dass die Beteiligung nur über die Struktur einer Organisation stattfinden kann, somit über indirekte Handlungen. Außerdem können im Wandel der Struktur und der Führung von Organisationen ein gesellschaftlicher Wandel initiiert werden. Wichtig sind hier vor allem Empathie, die Verteilung von Macht und auch Macht als Verständnis von Gestaltungsmöglichkeiten, die gemeinsam von einem Team statt von einer Leitungsposition ausgehen. Außerdem kann die Veränderung der Ausgestaltung von Rollenverhältnissen nur dann erfolgen, wenn Verantwortung geteilt und gegenseitiges Vertrauen implementiert wird.

Die Fragen

Seitens unserer Kommiliton*innen wurde rückgemeldet, dass die Antwortmöglichkeiten meist zu einfach zu der jeweiligen Form zugeordnet werden konnten. Außerdem wurde der Wunsch geäußert, dass die Schattierungen zwischen den zwei Typen ausgefeilter formuliert werden könnten, um einer klaren Typisierung entgegenzuwirken. Hierfür wären mehr als zwei Antwortmöglichkeiten förderlich gewesen bzw. auch die Verwendung von Skalierungen, um eindeutige Antwortmöglichkeiten vorzubeugen. Außerdem wäre es hilfreich gewesen, wenn es die Kategorien: „Ich stimme weder A noch B zu“, oder „Beides trifft für mich zu“ gegeben hätte. Insgesamt wurde das Quiz sehr gut aufgenommen und hat die Vorlesung unserer Ansicht nach etwas aufgelockert. Die Rückmeldungen waren positiv und konstruktiv.

Organisatorisches

Literatur bzw. Medien

Alle Links waren zum Zeitpunkt der Erstellung des Beitrages im Dezember 2019 aktiv. Sie werden jeweils in einem neuen Tab geöffnet.

Fragen

Einführungstext

  • Bauer, Annemarie (2005): Institutionen und Organisationen zwischen Angstbindung und Angstproduktion. Überlegungen aus psychoanalytischer Sicht. In: Marlies W. Fröse (Hg.) (2005): Management sozialer Organisationen. Beiträge aus Theorie, Forschung und Praxis; das Darmstädter Management-Modell. 1. Aufl. Bern: Haupt, S. 181–201
  • Korn, Hans-Peter (o.J.): Die „agile“ Organisation: Vom Hype zum Daily Business. Zusammenfassender Text. Verfügbar unter: http://korn.ch/archiv/Agile-Organisation.pdf
  • Landsberg, Christian (2016): Erste Schritte in die Agilität: So funktioniert es für jedes Unternehmen. In: UPLOAD Magazin. Verfügbar unter: https://upload-magazin.de/blog/14311-erste-schritte-in-die-agilitaet/
  • Nowotny, Valentin (2016): Was ist ein „agiles“ Unternehmen? Eine Einführung. In: UPLOAD Magazin. Verfügbar unter: https://upload-magazin.de/blog/14153-agile-unternhemen/
  • Peter, Dietrich (2005): Bedeutung und Aufgabe von Personalentwicklung in Profit- und Nonprofit-Organisationen. In: Marlies W. Fröse (Hg.) (2005): Management sozialer Organisationen. Beiträge aus Theorie, Forschung und Praxis; das Darmstädter Management-Modell. 1. Aufl. Bern: Haupt, S. 277–292.
  • Voß, G. Günter (2005): Der Arbeitskraftunternehmer. Ein neuer Basistypus von Arbeitskraft und seine Folgen für Betriebsorganisation, Führung und Personalentwicklung. In: Marlies W. Fröse (Hg.) (2005): Management sozialer Organisationen. Beiträge aus Theorie, Forschung und Praxis; das Darmstädter Management-Modell. 1. Aufl. Bern: Haupt, S. 59-76.

Quellen / Abbildungsverzeichnis zum hinterlegten Handout

Bild

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CC BY-SA und OER

Eine Verwendung dieses Podcasts unter den Bedingungen der Creative Commons BY-SA, und damit als OER, ist möglich.

Das bedeutet, Sie können sie frei für den Unterricht oder Lehrveranstaltungen verwenden, wenn sie die Namen der Ersteller (sofern nicht anonym) nennen und selbst unter den gleichen Bedingungen zur Verfügung stellen. Sie dürfen die Dateien sogar herunterladen und eigenständig verändern, allerdings gilt auch hier der Hinweis auf die Namensnennung der ursprünglich verwendeten Datei und die Verwendung unter gleichen Bedingungen.

Die Bedeutung der VUCA-Welt für dienstleistende Organisationen

Lesezeit: 7 Minuten

Ein fiktives Gespräch zwischen Führungskräften und einer Wissenschaftlerin

Ein Podcast der Studentinnen Janina Deger, Paolina Hägele, Anna Lisa Sojer und Lisa Will im Rahmen des Masterstudiengangs „Gesellschaftlicher Wandel und Teilhabe“ (Master GWT). Produziert als Ergebnis des Seminars „Steuerung digitaler Organisationen“ an der Hochschule München im Wintersemester 2019/20.

Inhalt

Der Podcast thematisiert die Bedeutung der VUCA-Welt für dienstleistende Organisationen am Beispiel eines fiktiven Klinikums und einer fiktiven Kindertagesstätte. VUCA steht als Akronym für die englischen Begriffe volatility, uncertainty, complexity und ambiguity. Der Begriff VUCA-Welt beschreibt die unterschiedlichen “Veränderungen, auf die Unternehmen und Organisationen reagieren müssen um langfristig überleben zu können. Das betrifft alle Unternehmensbereiche und alle Branchen” (Moskaliuk 2019, S. 1) und somit auch die Dienstleistungsbranche. Innerhalb des Podcasts findet ein moderiertes Gesprächs zwischen fiktiven Führungskräften der Kindertagesstätte Abenteuerland und des Klinikverbundes St. Georg sowie einer fiktiven Wissenschaftlerin statt. Diskutiert wird, inwiefern sich das Klinikum und die Kindertagesstätte mit der VUCA-Welt konfrontiert sehen und wie dieser zu begegnen ist.

Im Gespräch zeigt sich, dass sowohl Krankenhäuser als auch Kindertagesstätten in den vergangenen Jahren Veränderungen und komplexen Herausforderungen ausgesetzt sind. Es findet ein Paradigmenwechsel des Führungsverständnisses und in der strategischen Planung in Organisationen statt – vor allem durch die Digitalisierung und den technischen Fortschritt. Aber auch die Globalisierung und die Schnelllebigkeit fordern Führungskräfte dazu heraus, auf neue Gegebenheiten zu reagieren. Kliniken und Kindertagesstätten befinden sich in einem Wandel und sehen sich aufgrund der Komplexität gezwungen, entsprechend auf die Veränderungen der VUCA-Welt zu reagieren. Wie genau sich diese Veränderungen in Klinik und Kindertagesstätte äußern und wie diesen begegnet werden kann, wird von den beiden Führungskräften im Verlauf des Gesprächs erläutert und durch Theorien und Inputs von Seiten der Wissenschaftlerin ergänzt und gestützt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es keinen goldenen Weg gibt, wie der VUCA-Welt begegnet werden kann. Anhand der beiden Beispiele wird deutlich, dass ein an die individuelle Dienstleistungsorganisation angepasster Methodenmix hilfreich ist.

Zeitindex

  • Begrüßung – 00:00 – 01:03
  • Definition VUCA – Welt – 01:04 – 03:47
  • Die VUCA-Welt im Kindergarten und in der Klinik – 03:47-11:10
  • Die Chance der Digitalisierung in der Arbeitswelt – 11:10 – 14:09
  • Hierarchische Strukturen in Kliniken – 14:09 -16:35
  • Der Wandel im Kindergarten und die Bewältigung mit Hilfe des VOPA+ Modells – 16:35 – 19:17
  • Die wissenschaftliche Perspektive auf die VUCA Welt – 19:18 – 22:38
  • Abschließende Gedanken und Verabschiedung – 22:39 – 24:53

Das Skript

Reflexion auf den Lernprozess

Wir haben uns gemeinsam für die Erstellung eines Podcasts entschieden, da wir damit bisher keine Berührungspunkte hatten und gerne etwas Neues ausprobieren wollten. Die fehlenden Erfahrungen und das Unwissen machten uns die Arbeit zwar nicht immer leicht, genau deshalb konnten wir jedoch gleichzeitig viele wertvolle neue Erfahrungen sammeln und so einen großen Lernprozess durchlaufen.
Zu Beginn bestand unsere Gruppe für den Leistungsnachweis noch aus insgesamt acht Studierenden. Allerdings zeigte sich schnell, dass bereits die Themenfindung bei dieser Anzahl und der damit verbundenen zahlreichen unterschiedlichen Ideen und Meinungen zu einer Herausforderung wurde. Auch die Organisation der gemeinsamen Treffen gestaltete sich aufgrund der zeitlichen Kapazitäten und Einschränkungen der Einzelnen als sehr schwierig. Letztlich wurde gemeinsam die Entscheidung gefällt, die Gruppe nochmals aufzuteilen und zwei getrennte Projekte mit je vier Mitgliedern durchzuführen.
In unserer Gruppe einigten wir uns dann schnell auf die Erstellung eines Podcasts. Die Themenfindung gestaltete sich ebenfalls deutlich schneller und unkomplizierter als noch in der Großgruppe. Dennoch fanden wir es nicht einfach, ein Thema, welches zu den Inhalten des Seminars passt und sich gleichzeitig für einen Podcast eignet, zu finden. Die Thematik der VUCA-Welt fanden wir alle sehr spannend und so beschlossen wir, uns genauer damit auseinandersetzen zu wollen. Aufgrund der Tatsache, dass zwei Personen der Gruppe bereits Erfahrungen mit der Arbeit in einer Kindertagesstätte und in einem Klinikum haben, erschien uns die Idee, diese Dienstleistungsorganisationen in den Podcast mit einzubauen, sehr sinnvoll. Die eigenen Erfahrungen mit dem noch unbekannten Thema der VUCA-Welt zu verbinden war sehr spannend.
Das erste Treffen, bei dem wir das Thema festlegten, fand persönlich statt. Für uns war das die angenehmste und effizienteste Weise, eine Themendiskussion zu führen. Danach teilten wir einzelne inhaltliche Punkte auf alle Gruppenmitglieder auf. Zunächst wurde also selbstständig an den verschiedenen Inhalten gearbeitet. Hierfür benutzten wir ein “Google Doc”, an dem zeitgleich gearbeitet werden konnte. Diese Methode hat sich für uns sehr bewährt.
Bei einem erneuten Treffen wurden die gesammelten Inhalte gemeinsam besprochen und bei Bedarf verändert sowie Neues hinzugefügt. Im Anschluss an die Überarbeitung ging es um die Besprechung und Festlegung des genauen Ablaufs des Podcasts und die Verteilung der Rollen. Wir entschieden uns für eine Moderatorin, eine Expertin bezüglich wissenschaftlicher und theoretischer Ansätze der VUCA-Welt, eine Leitung einer Kindertagesstätte sowie eine in der Führungsebene eines Klinikums tätige Person. Gemeinsam wurde mit der Ausarbeitung eines Skripts begonnen, an dem anschließend weiter im Google Doc gearbeitet wurde. Diese “neue” Form der gemeinsamen Arbeit, ohne am gleichen Ort sein zu müssen, hat sich für uns sehr bewährt. Solche Alternativen zu persönlichen Treffen und selbstständigem Arbeiten in eigenen Dokumenten wurden uns durch die Vorlesung “Digitale Steuerung” als selbstverständliche Möglichkeit mitgegeben. Auch die Zeitersparnis war ein wichtiger Faktor, da Wegstrecken und langes Pendeln entfallen sind.
Das Arbeiten im Dokument selbst hatten wir durch den Moodle-Kurs schon gelernt. Bloßes kopieren und einfügen von Textabschnitten ohne Sinn bewährt sich nicht. Deswegen können wir auf jeden Fall sagen, dass sich unsere Art und Weise der Zusammenarbeit an Projekten über digitale Lösungen (Google Doc) positiv verändert hat. Dennoch ist es eine Herausforderung, die Inhalte, die von anderen Teilnehmerinnen in das Dokument gefügt werden, auf Anhieb zu verstehen. Unserer Ansicht nach kann ein anschließender persönlicher Austausch, bei dem die Inhalte gemeinsam durchgesprochen werden, durchaus wichtig und notwendig sein.         
Beim Produzieren des Podcasts hatten wir sehr viel Spaß. Anfangs fiel uns das freie Reden jedoch schwer. Das vorab erstelle Skript stellte eine große Hilfestellung dar, um die wichtigen ausgearbeiteten Inhalte nicht zu vergessen. Jedoch ist uns auch bewusst geworden, dass wir durch das feststehende Skript weniger frei sprechen konnten, als es in einem Podcast eigentlich üblich ist. Wir haben uns zwar intensiv mit unserem Thema auseinandergesetzt, allerdings fiel es uns schwer, dieses Wissen direkt als Expertenwissen wiederzugeben. Wahrscheinlich ist es auch generell der Situation geschuldet, dass wir sehr viel abgelesen haben. Wir saßen alle vor unseren Laptops und haben das Skript verfolgt, um unseren Sprecheinsatz nicht zu verpassen. Trotz des Verbesserungspotenzials erfuhren wir einen Entwicklungsprozess, denn beim Voranschreiten des Podcasts ist es deutlich leichter gefallen, freier zu sprechen. Als Lerneffekt nehmen wir mit, dass wir die Situation beim nächsten Mal von vornherein anders gestaltet werden, vielleicht wie eine Art Talkshow. So sitzt man sich gegenüber und kann sich auch gegenseitig beim Reden in die Augen schauen.
Um den Podcast fertigzustellen, fehlte uns letztlich noch ein Jingle. Da bisher niemand von uns Erfahrung mit Lizenzrechten hatte, beschlossen wir mittels der App “GarageBand” eine eigene Melodie einzuspielen. Hier fühlten wir uns nun auf der sicheren Seite und wir hatten gleichzeitig auch Spaß, die Noten zu komponieren.       
Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit unserem Podcast. Vor allem sind wir stolz, dass wir die technische Umsetzung ohne Hilfestellung meistern konnten. Auch hatten wir selbst großes Interesse an dem Thema VUCA-Welt, was natürlich die Motivation sehr gesteigert hat, sich in die Literatur einzulesen.

Organisatorisches

Bild

Bild: Alexander Klier – Eine Collage aus drei Motiven von Pixabay über Photoshop. Lizenzfreie Verwendung unter den Bedingungen der Creative Commons 0.

Literatur und Medien

Alle Links waren bei Erstellung des Podcasts aktiv

Musik (Jingle)

Eigenkomposition der Studentinnen.